bushing, marcan und sven zerlegen die Konsolensicherheit und zeigen, wie Implementierungsfehler eigenen Code auf vermeintlich vollständig kontrollierter Hardware ermöglichten.
Michael Steil zeigt, wie hochauflösende Chipfotos in ein funktionales Transistormodell des MOS 6502 und neue Erkenntnisse über illegale Opcodes verwandelt wurden.
Ende 2010 unterzeichnete Wladimir Putin als russischer Ministerpräsident eine Anordnung, nach der die Bundesbehörden auf GNU/Linux und freie Software umsteigen sollten. Vorgesehen war auch ein zentrales Verzeichnis freier Software für die Exekutivorgane. Frühere russische Projekte mit freier Software, vor allem im Bildungsbereich, waren bis dahin nicht richtig in Gang gekommen.
Boing Boing berichtet, wie Cambridge sich gegen den Versuch einer Bank stellt, eine studentische Arbeit über Schwächen von Chip-und-PIN-Systemen zu zensieren.
LWN ordnet einen viel diskutierten Linux-Patch ein, der interaktive Lasten durch automatisch gebildete Task-Gruppen fairer gegenüber großen Buildjobs behandelt.
Eric Butler veröffentlicht eine Firefox-Erweiterung, die Sitzungscookies aus offenen WLANs erfasst und damit die Folgen unvollständiger HTTPS-Nutzung demonstriert.
Im Herbst 2010 wurde Stuxnet für alles Mögliche verantwortlich gemacht, bis hin zu Satellitenausfällen, wie Felix von Leitner spottete. Ein Leser schickte zudem ein Schreiben, in dem ein Siemens-Partner Kunden einen kostenpflichtigen Sicherheits-Check für die Steuerungssysteme WinCC und PCS 7 anbot. Der Beitrag kritisierte, dass der Hersteller der angegriffenen Systeme aus dem Vorfall ein Beratungsgeschäft mache.
Samy Kamkar demonstriert, wie eine Kennung parallel in zahlreichen Browser-Speichern abgelegt und nach dem Löschen einzelner Kopien wiederhergestellt wird.
Brian Krebs zeigt anhand früher Stuxnet-Analysen, wie mehrere Windows-Lücken, gestohlene Signaturen und PLC-Manipulation einen gezielten Angriff auf Industrieanlagen ermöglichten.
Andre Steincke erklärt KVM als Bestandteil des Linux-Kernels und behandelt Gästeverwaltung, Migration, Hochverfügbarkeit sowie grafische Werkzeuge wie virt-manager.
Rafal Wojtczuk beschrieb 2010 ein Problem in der Linux-Speicherverwaltung, bei dem Stack und Shared-Memory-Segmente ineinanderwachsen konnten. Am Beispiel des X-Servers zeigte er, wie ein Angreifer durch Schreiben in den gemeinsamen Speicher Rücksprungadressen auf dem Stack überschreibt und Root-Rechte erlangt. Die Korrektur mit einer Schutzseite zwischen Stack und anderen Bereichen kam in 2.6.32.19, 2.6.34.4 und 2.6.35.2, obwohl SUSE einen Fix schon 2004 angeboten hatte.
Mit Linux 2.6.36-rc1 endete im August 2010 das Merge Window, in dem der Großteil der Neuerungen in den Hauptzweig kommt. Aufgenommen wurden unter anderem das Sicherheits-Framework AppArmor nach jahrelangen Anläufen, fanotify für Virenscanner und ein Treiber für Intels Intelligent Power Sharing. Torvalds wollte in der folgenden Stabilisierungsphase wie schon bei 2.6.35 strikt nur noch Fehlerkorrekturen annehmen.
Linus Torvalds gab im August 2010 knapp elf Wochen nach 2.6.34 den Linux-Kernel 2.6.35 frei. Neu waren unter anderem Stromsparfunktionen für Radeon-Grafik und H.264-Decodierung in Intels Ironlake-Prozessoren. Änderungen am Netzwerkstack und an der Nutzung von CPU-Stromsparzuständen sollten manche Systeme deutlich beschleunigen.
Heiko Schlittermann, IT-Dienstleister aus Dresden, erklärte bei den Chemnitzer Linux-Tagen 2010 DNSSEC, die Sicherheitserweiterung des Domain Name System. DNS übersetzt Namen in IP-Adressen und ist damit ein Fundament des Internets. DNSSEC stellt sicher, dass DNS-Antworten echt und unverändert sind.
Joel Spolskys Hg Init führt praxisnah durch verteilte Versionsverwaltung, lokale Historie, Zusammenführung und Zusammenarbeit mit entfernten Repositories.
Der fünfte Release Candidate von Linux 2.6.33 brachte im Januar 2010 einen Treiber für DVB-Karten mit dem verbreiteten Mantis-Chipsatz in den Hauptzweig. Der Intel-Grafiktreiber erhielt Unterstützung für eingebettete DisplayPorts, dazu kamen Korrekturen an Radeon-KMS, XFS und eCryptfs. Zuvor hatten es laut Meldung auch Nouveau, DRBD und Ceph in den Kernel geschafft, während Btrfs weiter als experimentell galt.
Ruckus Wireless gab im Januar 2010 den Quellcode seines WLAN-Testprogramms Zap frei. Zap misst den Durchsatz drahtloser Netze über die Zeit und prognostiziert die Leistung, die ein Netz in 99,5 Prozent der Betriebszeit mindestens erreicht. Entwickelt wurde es ursprünglich, um das Echtzeitverhalten von IP-Videostreaming zu charakterisieren.
Vincent Driessen beschreibt ein strenges Git-Modell mit langlebigen Hauptzweigen und kurzlebigen Zweigen für Funktionen, Releases und Fehlerkorrekturen.
Im Januar 2010 kursierten Exploits für die Internet-Explorer-Lücke, über die Angreifer zuvor Google und weitere Firmen angegriffen hatten. Laut The Register kannten sowohl Metasploit als auch Immunity Canvas den Code, der über einen ungültigen Zeigerzugriff die Kontrolle über den Rechner ermöglichte. Getestet funktionierte er in IE 6 und 7 unter Windows XP SP3, IE 8 stürzte zunächst nur ab.