Kurz nach der Übernahme von Whisper Systems kündigte Twitter Ende 2011 an, einen Teil der Android-Sicherheitssoftware des Unternehmens als Open Source freizugeben. Den Anfang machte TextSecure, ein Programm für verschlüsselte Textnachrichten, dessen Quellcode sofort auf GitHub erschien. Beobachter vermuteten, Twitter sei es bei dem Kauf vor allem um die Entwickler gegangen.
Wired ordnet HPs Entscheidung ein, webOS nach dem Ende eigener Geräte als offene Plattform weiterzugeben und die Community an seiner Entwicklung zu beteiligen.
Die BR-alpha-Reihe zeichnet Werner Heisenbergs Weg zur Quantenmechanik nach und verbindet physikalische Erkenntnisgrenzen mit Philosophie, Atomforschung und wissenschaftlicher Verantwortung.
Patrick McKenzie erklärt, warum Entwickler ihren Wert über gelöste Geschäftsprobleme, Kommunikation und Wirkung statt nur über Codeproduktion beschreiben sollten.
Matthew Garrett erklärt kurz vor Windows 8 das Schlüsselmodell von UEFI Secure Boot und warnt, dass Rechner mit ausschließlich OEM- und Microsoft-Schlüsseln kein generisches Linux mehr starten. Signierte Linux-Versionen scheitern nach seiner Analyse an GPL-Bootloadern, selbst gebauten Kerneln und einer fehlenden zentralen Signierstelle. Für Panik hält er es noch zu früh, für berechtigte Sorge nicht.
Im Spätsommer 2011 wurde kernel.org gehackt, der zentrale Server, von dem aus die Linux-Quellen in die Welt gespiegelt werden. Felix von Leitner, selbst mit Konto auf dem System, erklärte die Lage: Angreifer kamen über das gestohlene Konto eines Nutzers herein, verschafften sich Root-Rechte und installierten ein Rootkit samt manipuliertem SSH. Die Kernel-Quellen selbst waren nach dieser Darstellung nicht gefährdet, weil Git jede Änderung mit kryptografischen Prüfsummen absichert.
Viele Router von Telekom und Vodafone kamen 2011 mit einem vorkonfigurierten WPA-Schlüssel, der teils aus der MAC-Adresse der WLAN-Schnittstelle abgeleitet war. Angreifer konnten die MAC-Adresse mitlesen und den Schlüssel so erraten. Die Studenten Stefan Viehböck und Manuel Müller fanden bei knapp 14.000 Access Points, dass 17 bis 25 Prozent noch eine Standard-SSID von Speedport oder EasyBox nutzten, vermutlich meist mit Standardschlüssel.
Linus Torvalds veröffentlichte im August 2011 den ersten Release Candidate von Linux 3.1, dessen Freigabe für Anfang Oktober geplant war. Schwerpunkt waren Verbesserungen bei der Virtualisierung, darunter grundlegende Nested Virtualization mit KVM auf Intel-Prozessoren. Neu waren außerdem Treiber für Realteks PCIe-WLAN-Chips RTL8192DE und RTL8188DE.
Microsoft kündigte für den Patchday am 9. August 2011 13 Bulletins an, die 22 Lücken schließen sollten. Darunter waren kritische Lücken in allen Versionen des Internet Explorer und in den meisten Ausgaben von Windows Server, beide aus der Ferne zur Codeausführung nutzbar. Weitere Updates betrafen Windows, Office 2003 bis 2010, .NET 3.5 und Visual Studio 2005.
Philipp Pobaschnig zeigt, warum Standardinstallationen keine fertige Sicherheitsstrategie darstellen und wie kleine, systematische Änderungen typische Angriffswege schließen.
Die Nginx-Änderungshistorie dokumentiert den Weg zur Version 1.0 mit ereignisorientierter Architektur, Reverse Proxying, Caching und zahlreichen Betriebsverbesserungen.
Axel Wachtler, Jörg Wunsch und Matthias Vorwerk zeigten bei den Chemnitzer Linux-Tagen 2011, wie man Temperatur und Luftfeuchte mit drahtlosen Sensoren erfasst. Als Funk dienten Sender nach IEEE 802.15.4, weil sie einfach anzusteuern sind und wenig Strom brauchen. Am Beispiel einer verteilten Temperaturmessung führte der Vortrag von der Firmware für AVR-Mikrocontroller bis zur Aufbereitung der Daten im Webserver.
Paul Graham beschreibt, wie die Airbnb-Gründer Gastgeber persönlich besuchten, Angebote verbesserten und dadurch lernten, was ihre Plattform tatsächlich brauchte.
ICQ 7.4 erschien im Januar 2011 mit verbessertem Chatverlauf, besserer Facebook-Anbindung und Benachrichtigungen über neue Mails bei Gmail, Yahoo und Mail.ru. Nutzer konnten schneller zwischen Chat, SMS, Sprach- und Videoanruf wechseln. Eine bekannte Sicherheitslücke in der Autoupdate-Funktion hatten die Entwickler jedoch nicht beseitigt.
Facebook, Google, Yahoo, Akamai, Limelight und die Internet Society riefen für den 8. Juni 2011 den World IPv6 Day aus. 24 Stunden lang wollten sie ihre Hauptangebote auch über IPv6 bereitstellen, um die Infrastruktur unter realer Last zu testen. Laut Google konnten damals erst rund 0,2 Prozent der Nutzer IPv6 verwenden, während die letzten großen IPv4-Blöcke vergeben wurden.
Die freie Webanalyse-Software Piwik erschien im Januar 2011 in Version 1.1 mit geschlossenen Sicherheitslücken. Die Entwickler hatten Stefan Essers Firma SektionEins vorbeugend mit einer fünftägigen Prüfung des Quellcodes beauftragt. Dessen Hinweise zur Absicherung flossen in die neue Version ein.