Ende 2012 stellte ein Blogbeitrag den Pi-to-Go vor, einen selbst gebauten mobilen Rechner auf Basis des Raspberry Pi. In einem 3D-gedruckten Gehäuse steckten ein kleines LCD, ein Akku für rund zehn Stunden und eine 64-GB-SSD. Der Raspberry Pi selbst kostete damals 35 US-Dollar und war erst wenige Monate auf dem Markt.
Im November 2012 stellte der britische Kanal DIY Perks einen selbst gebauten, nahezu lautlosen PC in einem Holzgehäuse vor. Anders als viele leise Rechner sparte er nicht an Leistung: Ein auf 4,4 GHz übertakteter Core i7-2600K, eine GeForce GTX 460, 24 GB RAM, eine SSD und 3 TB Festplattenspeicher steckten darin. Das Video zeigt die Eigenschaften des Gehäuses und wie es gebaut wurde.
Das RethinkDB-Team veröffentlicht nach drei Entwicklungsjahren eine verteilte Datenbank mit administrierbarer Replikation und einer ausdrucksstarken Abfragesprache.
Brian Krebs visualisiert, wie Kriminelle nahezu jeden Bestandteil eines kompromittierten Rechners, seiner Identität und seiner Netzanbindung zu Geld machen.
Martin Münch von der Gamma Group erklärte 2012 der New York Times, die bei Regimekritikern gefundene Überwachungssoftware FinSpy sei nicht verkauft, sondern von den eigenen Servern gestohlen worden. Felix von Leitner nannte das die schlechteste Ausrede aller Zeiten. Ein Hersteller von Staatstrojanern, dem die eigene Software gestohlen wird, empfiehlt sich kaum als vertrauenswürdiger Lieferant.
heise Security legte im August 2012 seinen Online-Update-Check still, weil er Java voraussetzte und Java 7 gerade eine hochkritische, bereits ausgenutzte Lücke hatte. Die Lücke betraf alle Browser mit Java-7-Plugin; Module für das Exploit-Kit Blackhole waren schon im Umlauf, ein Patch von Oracle noch nicht angekündigt. Als Alternative empfahl heise den lokal installierten Personal Software Inspector.
Forscher der TU Darmstadt untersuchten 2012 per Wardriving, ob private WLAN-Router in Städten ein Notfunknetz für Ersthelfer bilden könnten. In einem halben Quadratkilometer fanden sie 1971 WLAN-Zellen; bei 30 Metern Reichweite hatte jeder Knoten im Schnitt zehn Nachbarn und nur 2 Prozent waren isoliert. Die Router bräuchten aber Mesh-Firmware und eine Stromversorgung, die bei Katastrophen durchhält.
Die Kernel 3.0.39 und 3.2.25 brachten 2012 erstmals gezielt Performance-Optimierungen in Stable- und Longterm-Zweige. Mel Gorman und Greg Kroah-Hartman hatten die Regeln so erweitert, dass auch Änderungen erlaubt sind, die wichtige Leistungs- oder Interaktivitätsprobleme beheben. Typische Systeme sollten kaum schneller werden, auf einem SGI-UV-System mit 640 Kernen stieg der Durchsatz beim Schreiben in tmpfs aber von 300 auf 430 MByte/s.
Klaus Kruse stellte bei den Chemnitzer Linux-Tagen 2012 Freifunk vor, eine deutschlandweite Bewegung, die vor Ort freie und offene WLAN-Netze aufbaut. Zum Einsatz kommen handelsübliche Router mit angepasster Firmware auf Basis von OpenWrt. Der Vortrag erklärte die Motivation, die Technik und wie sich jeder selbst am Aufbau eines Freifunk-Netzes beteiligen kann.
Manuel Schmitt dokumentiert eine Rettungsprozedur für ein Debian-System, dessen Upgrade Kernelpaket, GRUB-Konfiguration und mdadm-Konfiguration inkonsistent hinterließ.
Meine LPIC-3-Core-Zertifizierung des Linux Professional Institute ist weiterhin aktiv und bis zum 25. August 2029 gültig. Sie steht für tiefgehende Linux-Kenntnisse und langjährige Erfahrung mit professionellen Linux-Umgebungen. Die damalige Kernprüfung 301 hatte ihren Schwerpunkt auf Verzeichnisdiensten mit LDAP.
Im Januar 2012 wurde eine Lücke im Linux-Kernel ab Version 2.6.39 bekannt, über die lokale Benutzer mit /proc/pid/mem Root-Rechte erlangen konnten. Seit 2.6.39 war dort Schreibzugriff möglich, und die Prüfung über self_exec_id ließ sich mit einem Kindprozess umgehen. Jason A. Donenfeld erklärte den Fehler, kurz darauf kursierten Exploits über das setuid-Programm su; auch Android war betroffen.
Seit Linux 2.6.36 steckte im IGMP-Code des IPv4-Stacks ein Fehler, der eine Kernel-Panic auslösen konnte (CVE-2012-0207). Simon McVittie fand ihn, nachdem sein Notebook mehrfach abgestürzt war: Mit netconsole zeichnete er ein Absturzprotokoll auf und entdeckte eine Division durch null bei der Verarbeitung eines IGMP-Pakets. Korrigiert war der Fehler in 3.0.17, 3.1.9 und 3.2.1.
Die auf Debian Unstable basierenden Distributionen Aptosid und Siduction erschienen Anfang 2012 in neuen Versionen. Aptosid war aus Sidux nach Streit zwischen Entwicklern und Verein hervorgegangen, Siduction wiederum im Sommer 2011 aus Aptosid. Aptosid 2011-03 brachte Kernel 3.1, Wake-on-WLAN für Broadcom- und Realtek-Karten und Start auf UEFI-Systemen.