Freifunk: drahtlose Community-Netzwerke
Zusammenfassung
Klaus Kruse stellte bei den Chemnitzer Linux-Tagen 2012 Freifunk vor, eine deutschlandweite Bewegung, die vor Ort freie und offene WLAN-Netze aufbaut. Zum Einsatz kommen handelsübliche Router mit angepasster Firmware auf Basis von OpenWrt. Der Vortrag erklärte die Motivation, die Technik und wie sich jeder selbst am Aufbau eines Freifunk-Netzes beteiligen kann.
Wie Freifunk funktioniert
Freifunk-Router verbinden sich per Funk untereinander zu einem Mesh-Netz. Jeder Router leitet Daten für die anderen weiter, sodass das Netz ohne zentrale Instanz wächst und Ausfälle einzelner Knoten umgehen kann. Wer einen Router aufstellt, stellt einen Teil seiner Bandbreite oder auch nur die Funkverbindung zur Verfügung.
Die Firmware basiert auf OpenWrt und bringt Mesh-Protokolle wie B.A.T.M.A.N. mit. Viele Gemeinschaften nutzen heute das Firmware-Framework Gluon, mit dem sich ein Router in wenigen Minuten einrichten lässt.
Warum das wichtig war
2012 war offenes WLAN in Deutschland selten, unter anderem wegen der sogenannten Störerhaftung: Wer sein WLAN öffnete, konnte für Rechtsverletzungen anderer haftbar gemacht werden. Freifunk leitete den Internetverkehr deshalb oft über eigene Server oder VPN-Verbindungen aus. 2017 wurde die Störerhaftung für WLAN-Betreiber weitgehend abgeschafft. Freifunk-Netze halfen später auch bei der Versorgung von Flüchtlingsunterkünften und in Katastrophenlagen.
Ideen
- Router verbinden sich per Funk zu einem selbstorganisierten Mesh-Netz.
- Jeder Teilnehmer erweitert das Netz mit einem eigenen Knoten.
- Angepasste OpenWrt-Firmware macht einfache Standardrouter zu Netzknoten.
Einsichten
- Gemeinschaftlich betriebene Netze können Lücken der kommerziellen Versorgung schließen.
- Rechtliche Rahmenbedingungen beeinflussen die technische Gestaltung von Netzen.
Fakten
- Freifunk-Firmware basiert auf OpenWrt.
- Die Störerhaftung für WLAN-Betreiber wurde in Deutschland 2017 weitgehend abgeschafft.
- Der Vortrag setzte keine Vorkenntnisse voraus.
Referenzen
Bemerkungen
- Freifunk-Gemeinschaften gibt es in vielen deutschen Städten; die Übersicht steht auf freifunk.net.
Empfehlungen
- Wenn du einen Freifunk-Knoten aufstellen willst, nutze die Firmware deiner lokalen Gemeinschaft.
- Trenne einen Freifunk-Router vom eigenen Heimnetz, damit Gäste nicht auf deine Geräte zugreifen können.
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