Fehler in Netzwerkprotokoll verursacht Abstürze
Zusammenfassung
Seit Linux 2.6.36 steckte im IGMP-Code des IPv4-Stacks ein Fehler, der eine Kernel-Panic auslösen konnte (CVE-2012-0207). Simon McVittie fand ihn, nachdem sein Notebook mehrfach abgestürzt war: Mit netconsole zeichnete er ein Absturzprotokoll auf und entdeckte eine Division durch null bei der Verarbeitung eines IGMP-Pakets. Korrigiert war der Fehler in 3.0.17, 3.1.9 und 3.2.1.
Ideen
- IGMP verwaltet Empfängergruppen für Multicast, etwa bei IPTV.
- Ein einzelnes Netzwerkpaket konnte das System abstürzen lassen.
- netconsole schickt Kernelmeldungen über das Netz und rettet so Absturzprotokolle.
Einsichten
- Hartnäckige Abstürze lassen sich oft nur mit dauerhaftem Logging außerhalb des Systems aufklären.
- Selten beachtete Protokolle sind auch auf normalen Rechnern aktiv.
Fakten
- Betroffen waren IGMP Version 2 und 3.
- Ursache war eine Division durch null.
- Angriffe waren im lokalen Netz einfach, von außen über Unicast möglich; eine Firewall kann IGMP blockieren.
Referenzen
Kritik
- Die Meldung nennt nicht, welche Distributionskernel die Korrektur bereits enthielten.
Empfehlungen
- Richte netconsole oder ein Remote-Log ein, um Kernelabstürze nachvollziehen zu können.
- Filtere Multicast- und IGMP-Verkehr an Netzgrenzen, wenn er nicht gebraucht wird.
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