Der Einbruch auf kernel.org
Zusammenfassung
Im Spätsommer 2011 wurde kernel.org gehackt, der zentrale Server, von dem aus die Linux-Quellen in die Welt gespiegelt werden. Felix von Leitner, selbst mit Konto auf dem System, erklärte die Lage: Angreifer kamen über das gestohlene Konto eines Nutzers herein, verschafften sich Root-Rechte und installierten ein Rootkit samt manipuliertem SSH. Die Kernel-Quellen selbst waren nach dieser Darstellung nicht gefährdet, weil Git jede Änderung mit kryptografischen Prüfsummen absichert.
Warum der Kernel sicher blieb
Git ist ein verteiltes Versionskontrollsystem. Die maßgeblichen Kernel-Quellen liegen nicht nur auf kernel.org, sondern bei Linus Torvalds und unzähligen Entwicklern. Jeder Stand wird durch eine Prüfsumme identifiziert, die von der gesamten Vorgeschichte abhängt. Eine heimliche Änderung in der Vergangenheit würde beim nächsten Abgleich sofort auffallen.
Trotzdem prüften die Betreiber vorsichtshalber alle kürzlich hochgeladenen oder veränderten Archive.
Was der Fall zeigt
Das gestohlene Konto hatte keine Root-Rechte, das Rootkit schon. Es gab also mindestens eine damals unbekannte Lücke zur Rechteausweitung unter Linux. kernel.org war wochenlang offline und wurde neu aufgebaut. Seitdem brauchen Entwickler für Schreibzugriff einen PGP-Schlüssel, der im Vertrauensnetz der Kernel-Entwickler verankert ist.
Ideen
- Verteilte Versionskontrolle macht einen einzelnen kompromittierten Server weniger gefährlich.
- Kryptografische Prüfsummen über die ganze Geschichte machen Manipulationen sichtbar.
- Ein gestohlenes Nutzerkonto plus lokale Rechteausweitung reicht für die volle Kontrolle.
Einsichten
- Auch die erfahrensten Teams sind nicht vor Einbrüchen gefeit.
- Integrität lässt sich durch Kryptografie absichern, Verfügbarkeit nicht.
Fakten
- Der Einbruch auf kernel.org wurde im August 2011 entdeckt.
- Die Angreifer kamen über ein legitimes Nutzerkonto ohne Root-Rechte herein.
- kernel.org war danach wochenlang offline und wurde neu aufgebaut.
Referenzen
Bemerkungen
- Seit dem Vorfall setzt kernel.org für Schreibzugriff auf PGP-Schlüssel im Vertrauensnetz der Entwickler.
Empfehlungen
- Prüfe heruntergeladene Quellen über Signaturen oder Git-Prüfsummen statt dem Server zu vertrauen.
- Behandle jede lokale Rechteausweitung als ernste Lücke, auch auf Systemen mit vertrauenswürdigen Nutzern.
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