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DNSSEC: sichere Namensauflösung im Internet

Zusammenfassung

Heiko Schlittermann, IT-Dienstleister aus Dresden, erklärte bei den Chemnitzer Linux-Tagen 2010 DNSSEC, die Sicherheitserweiterung des Domain Name System. DNS übersetzt Namen in IP-Adressen und ist damit ein Fundament des Internets. DNSSEC stellt sicher, dass DNS-Antworten echt und unverändert sind.

Warum DNS abgesichert werden muss

Das klassische DNS prüft nicht, ob eine Antwort wirklich vom zuständigen Server stammt. Ein Angreifer, der gefälschte Antworten einschleust, kann Nutzer unbemerkt auf falsche Server umleiten. 2008 zeigte Dan Kaminsky, wie sich solche Fälschungen in die Zwischenspeicher von Resolvern einschleusen lassen, was den Druck für DNSSEC deutlich erhöhte.

DNSSEC versieht DNS-Einträge mit digitalen Signaturen. Ein Resolver kann die Kette der Signaturen von der Wurzelzone über die Top-Level-Domain bis zum einzelnen Eintrag prüfen und gefälschte Antworten verwerfen.

Was daraus wurde

Im Juli 2010, wenige Monate nach dem Vortrag, wurde die DNS-Wurzelzone erstmals signiert. Die Domain .de folgte 2011. Heute prüfen viele große Resolver DNSSEC, doch nur ein Teil der Domains ist signiert. DNSSEC ist außerdem die Grundlage für DANE, mit dem sich etwa die Zertifikate von Mailservern über DNS absichern lassen.

Ideen

  • Digitale Signaturen machen DNS-Antworten überprüfbar.
  • Eine Vertrauenskette führt von der Wurzelzone bis zum einzelnen Eintrag.
  • Resolver verwerfen Antworten, deren Signatur nicht stimmt.

Einsichten

  • Grundlegende Internetprotokolle wurden ohne Schutz gegen Fälschung entworfen.
  • Sichtbare Angriffe beschleunigen die Einführung von Schutzmaßnahmen.

Fakten

  • Die DNS-Wurzelzone wurde im Juli 2010 signiert.
  • Die Domain .de ist seit 2011 mit DNSSEC signiert.
  • Der Vortrag setzte Grundkenntnisse über Netzwerke und das Internet voraus.

Referenzen

Bemerkungen

  • DNSSEC schützt die Echtheit von DNS-Antworten, verschlüsselt sie aber nicht; dafür gibt es DNS over TLS oder HTTPS.

Empfehlungen

  • Signiere eigene Domains mit DNSSEC, wenn dein DNS-Anbieter das unterstützt, und überwache den Ablauf der Signaturen.
  • Nutze einen validierenden Resolver, etwa Unbound, im eigenen Netz.

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