Das Open-Source-Projekt Ocelot veröffentlichte Ende 2009 einen Just-in-time-Compiler, der CUDA-Programme nicht nur auf NVIDIA-Grafikkarten, sondern auch auf x86-Prozessoren mit mehreren Kernen ausführt. Dazu übersetzt er die GPU-Befehle in die Zwischensprache von LLVM und erzeugt daraus Maschinencode für jedes LLVM-Ziel. Er war an über 100 CUDA-Anwendungen geprüft und stand unter der New-BSD-Lizenz.
Im November 2009 habe ich auf einem SheevaPlug von Marvell, einem kompletten ARM-Rechner im Gehäuse eines Steckernetzteils, Debian Squeeze installiert und von einer SDHC-Karte gestartet. Der Weg führte über die serielle Konsole, den Bootloader U-Boot und einen TFTP-Server, der Kernel und Installer ins Gerät lud. Dieser Beitrag aus meinem alten Blog zeigt die Schritte von damals, was das Gerät konnte und warum es ein Vorläufer des Raspberry Pi war.
Google veröffentlicht Go als kompiliertes Open-Source-Systemwerkzeug mit Garbage Collection, schnellen Builds und eingebauten Nebenläufigkeitsprimitiven.
Die LPIC-2-Zertifizierung bildet den Unterbau für den professionellen Betrieb von Linux-Systemen, von Netzwerken und Diensten bis zur täglichen Administration. Sie ist weiterhin aktiv und bis zum 25. August 2029 gültig. Sie setzt eine aktive LPIC-1-Zertifizierung voraus und umfasst die Prüfungen 201 und 202.
heise Developer stellte 2009 das Prinzip „Security by Design“ vor, das Firmen wie Adobe, Google, Microsoft, Oracle/Sun und Symantec praktizierten. Sicherheit wird dabei als ausdrückliche Anforderung von Beginn an geplant, umgesetzt und getestet. Konsequent angewendet verschiebt es sogar die Auslieferung, bis Sicherheitsfehler oberhalb einer definierten Schwelle behoben sind.
Im August 2009 erschienen die Kernel 2.6.27.30 und 2.6.30.5, die eine seit 2001 bestehende Lücke schlossen, über die normale Benutzer Root-Rechte erlangen konnten. Debian und Fedora lieferten sofort Updates, Ubuntu folgte einen Tag später, während Red Hat und SUSE zunächst nur Workarounds anboten. Red Hat empfahl, die betroffenen Netzwerkprotokolle zu deaktivieren, womit der öffentliche Exploit ins Leere lief.
Tavis Ormandy und Julien Tinnes von Google fanden 2009 eine Lücke, die alle Linux-Kernel 2.4 und 2.6 seit Mai 2001 betraf und lokale Root-Rechte ermöglichte. Bei selten genutzten Protokollen wie Bluetooth, PPPoX oder ISDN blieben Zeiger in den Socket-Operationen uninitialisiert, was sich über sock_sendpage ausnutzen ließ. Brad Spengler veröffentlichte den Exploit „wunderbar_emporium“, der auf einem aktuellen Ubuntu 8.10 funktionierte.
Die Electronic Frontier Foundation kritisiert eine Durchsuchung, bei der Kommandozeilenkenntnisse fälschlich als Hinweis auf kriminelles Verhalten galten.
Felix von Leitner kritisierte 2009, dass die Linux-Entwickler nicht mehr kennzeichneten, welche Kernel-Patches Sicherheitslücken schließen. Als Beispiel diente Linux 2.6.29.1 mit einer Änderung im CIFS-Code, die nach einem Pufferüberlauf aussah, der aus der Ferne ausnutzbar sein könnte. Ohne Hinweis bemerkten weder normale Nutzer noch Fachmedien, wie dringend das Update war.
Stephan Beyer führte bei den Chemnitzer Linux-Tagen 2009 in das verteilte Versionskontrollsystem Git ein. Git wurde damals bereits für Projekte wie den Linux-Kernel, Rails, VLC, Wine und X.org genutzt. Der Vortrag erklärte die Grundprinzipien und die tägliche Arbeit mit Git und gab Tipps für einen leichten Einstieg.
Die TU Berlin veröffentlichte im Januar 2009 den Netzwerksicherheitssimulator Nessi 2 als freie Software unter der Apache-Lizenz 2.0. Administratoren können damit Netzwerke nachbilden, Angriffe über Profile simulieren und Gegenmaßnahmen testen. Nessi 2 entstand im DAI-Labor auf Basis einer Software für die Deutsche Telekom Laboratories.
Sun veröffentlichte im Januar 2009 mit dem Open Web Server eine freie Fassung seines Java System Web Server 7.0 unter BSD-Lizenz. Er sollte gut skalieren, Tausende gleichzeitige Verbindungen bewältigen und mit Glassfish, Tomcat oder Geronimo zusammenarbeiten. Gegenüber der kommerziellen Version fehlten aber Administrationsoberfläche, SNMP, WebDAV und JSP.
Im Januar 2009 wurden die Dateisysteme Btrfs und Squashfs in den Entwicklungszweig für Linux 2.6.29 aufgenommen. Squashfs komprimiert Dateien, Verzeichnisse und Inodes und dient vor allem für Live-CDs und Embedded-Systeme, bietet aber keinen Schreibzugriff. Btrfs von Oracle galt als möglicher künftiger Standard, war aber noch nicht produktionsreif, weshalb vorerst Ext4 auf Ext3 folgen sollte.