Auf dem Chaos Communication Congress 25C3 Ende 2008 zeigte die Gruppe dedected.org, wie sich DECT-Funk mit einer PC-Karte für rund 23 Euro abhören lässt. DECT steckte damals in Hunderten Millionen Geräten, von schnurlosen Telefonen über Kartenterminals bis zu Türöffnern. Viele davon verschlüsselten gar nicht oder ließen sich dazu bringen, die Verschlüsselung abzuschalten.
Ein internationales Forscherteam demonstriert, wie MD5-Kollisionen ein gültig signiertes Zwischenzertifikat für eine fremde Zertifizierungsstelle ermöglichten.
bushing und marcan zerlegen die Sicherheitsarchitektur der Nintendo Wii und zeigen, wie mehrere Implementierungsfehler eine beeindruckende Vertrauenskette wirkungslos machten.
Felix von Leitner stieß 2008 beim Debuggen auf ein Problem mit der Linux-Socketoption TCP_DEFER_ACCEPT, das an eine früher beschriebene Schwäche von AcceptEx unter Windows erinnerte. Beide Mechanismen melden eine neue Verbindung erst, wenn der Client auch Daten geschickt hat. Unter Linux zählen solche schweigenden Verbindungen aber gegen die Warteschlange von listen(), und wenn diese voll ist, nimmt der Server keine neuen Verbindungen mehr an.
Das Kernel-Log vom August 2008 stellte Jon Corbets Leitfaden „How to Participate in the Linux Community“ vor, der Einsteigern und Unternehmen den Entwicklungsprozess des Kernels erklärt. Außerdem erschien der Synaptics-Touchpad-Treiber 0.15.0 erstmals unter MIT-Lizenz im X.org-Projekt. Mit Linux 2.6.27-rc3 flog der ISDN-Treiber auerswald heraus, Unterstützung für Intels kommende Ibex-Peak-Chipsätze kam hinzu.
Nur drei Wochen nach seiner Vorstellung nahmen die Kernel-Entwickler 2008 den Treiber ath9k für Atheros-Draft-N-WLAN-Chips in den Hauptzweig für Linux 2.6.27 auf. Er unterstützte zunächst nur den Client-Modus, Mesh-, AP- und Monitor-Modus waren geplant. Dazu verwies das Kernel-Log auf Lesestoff wie die OLS-2008-Vorträge und eine ACM-Sonderausgabe zu CFS-Scheduler, Readahead und virtio.
Die IETF diskutierte 2008 in Dublin, wie IPv4-Geräte beim Übergang zu IPv6 weiter kommunizieren können, denn in rund drei Jahren sollten alle 4,3 Milliarden IPv4-Adressen vergeben sein. Comcast-Ingenieur Alain Durand stellte „Dual-Stack Lite“ vor: IPv4 wird durch das IPv6-Netz des Providers getunnelt und dort per Carrier-Grade-NAT übersetzt. Experten wie Fred Baker und Gert Döring warnten, solches NAT könne IPv6 verzögern, und forderten native Einführung.
Manuel Schmitt warnt Kunden vor vorhersagbaren Schlüsseln aus fehlerhaften Debian- und Ubuntu-Versionen und nennt Prüfwerkzeuge sowie Austauschschritte.
Julius Plenz, damals noch Schüler, zeigte bei den Chemnitzer Linux-Tagen 2008 zehn praktische Funktionen von SSH. Mit dem Programm kann man weit mehr als nur eine sichere Shell auf einem anderen Rechner öffnen: Dateien übertragen, grafische Programme starten, Tunnel bauen und sogar ganze VPNs einrichten. Der Vortrag erklärte und demonstrierte die Funktionen live.
Joel Spolsky erklärt die historische Komplexität binärer Office-Formate und zeigt, warum vollständige Kompatibilität zahlreiche alte Sonderfälle bewahren muss.
Linux 2.6.24 brachte im Januar 2008 zusätzliche WLAN-Treiber für das neue WLAN-Subsystem und die stromsparende Tickless-Funktion für weitere Architekturen neben x86. Der mit 2.6.23 eingeführte Completely Fair Scheduler wurde optimiert und lernte Fair Group Scheduling. Damit ließen sich Prioritäten an Benutzer oder Prozessgruppen vergeben, etwa um Multimedia oder Compiler zu bevorzugen.
Die PostgreSQL-Entwickler schlossen im Januar 2008 fünf kritische Lücken in allen gepflegten Versionen von 7.3 bis 8.2. Über Expression Indexes und DBLink-Funktionen konnten Angreifer Administratorrechte erlangen, über reguläre Ausdrücke den Server per Denial of Service lahmlegen. Die Lücken wurden bei eigenen Analysen gefunden, Exploits waren nicht bekannt.
Abdel Benamrouche passte 2008 den allerersten Linux-Kernel 0.01 so an, dass er sich mit GCC 4.x übersetzen lässt und in Emulatoren wie Qemu und Bochs startet. Auch Bash 3.2, Coreutils 6.9, Vim 7.1 und weitere Werkzeuge sollten darauf laufen. Ein Disketten- und Festplattenabbild für Qemu stellte er zum Download bereit.