IETF diskutiert Übergangsszenarien fürs neue Internetprotokoll IPv6
Zusammenfassung
Die IETF diskutierte 2008 in Dublin, wie IPv4-Geräte beim Übergang zu IPv6 weiter kommunizieren können, denn in rund drei Jahren sollten alle 4,3 Milliarden IPv4-Adressen vergeben sein. Comcast-Ingenieur Alain Durand stellte „Dual-Stack Lite“ vor: IPv4 wird durch das IPv6-Netz des Providers getunnelt und dort per Carrier-Grade-NAT übersetzt. Experten wie Fred Baker und Gert Döring warnten, solches NAT könne IPv6 verzögern, und forderten native Einführung.
Ideen
- Tunnel transportieren IPv6 über IPv4 und umgekehrt, übersetzen aber nicht.
- Carrier-Grade-NAT streckt die verbleibenden IPv4-Adressen.
- Dual-Stack Lite erspart mehrere NAT-Schichten beim Kunden.
- Inhalteanbieter müssen ihre Dienste selbst auf IPv6 umstellen.
Einsichten
- Übergangstechniken verlängern das Leben des alten Protokolls und bremsen das neue.
- Den Umstieg bestimmen die großen Inhalteanbieter stärker als die Netzbetreiber.
Fakten
- Das chinesische Forschungsnetz Cernet verband sich seit zwei Jahren mit dem IPv6-Netz Cernet 2.
- Der Münchner Provider Spacenet lieferte ADSL-Kunden auf Wunsch schon IPv6.
- Fred Baker favorisierte für Übersetzungen den chinesischen Ansatz IVI, der IPv4-Adressteile zustandslos in providerspezifische IPv6-Präfixe einbettet.
Referenzen
Kritik
- Die Meldung beschreibt Vorschläge, aber nicht deren Nachteile für Portweiterleitungen und Logging hinter Carrier-Grade-NAT.
Bemerkungen
- Die IANA verteilte im Februar 2011 die letzten freien IPv4-Blöcke; DS-Lite wurde 2011 als RFC 6333 standardisiert und ist bei deutschen Kabelanbietern verbreitet.
Empfehlungen
- Stelle eigene Dienste dual-stack bereit, damit sie auch hinter DS-Lite-Anschlüssen erreichbar bleiben.
- Plane bei DS-Lite-Anschlüssen eingehende IPv4-Verbindungen über Tunnel oder IPv6 statt über Portweiterleitung.
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