bk99.de entertain the web since 1997

IETF diskutiert Übergangsszenarien fürs neue Internetprotokoll IPv6

Zusammenfassung

Die IETF diskutierte 2008 in Dublin, wie IPv4-Geräte beim Übergang zu IPv6 weiter kommunizieren können, denn in rund drei Jahren sollten alle 4,3 Milliarden IPv4-Adressen vergeben sein. Comcast-Ingenieur Alain Durand stellte „Dual-Stack Lite“ vor: IPv4 wird durch das IPv6-Netz des Providers getunnelt und dort per Carrier-Grade-NAT übersetzt. Experten wie Fred Baker und Gert Döring warnten, solches NAT könne IPv6 verzögern, und forderten native Einführung.

Ideen

  • Tunnel transportieren IPv6 über IPv4 und umgekehrt, übersetzen aber nicht.
  • Carrier-Grade-NAT streckt die verbleibenden IPv4-Adressen.
  • Dual-Stack Lite erspart mehrere NAT-Schichten beim Kunden.
  • Inhalteanbieter müssen ihre Dienste selbst auf IPv6 umstellen.

Einsichten

  • Übergangstechniken verlängern das Leben des alten Protokolls und bremsen das neue.
  • Den Umstieg bestimmen die großen Inhalteanbieter stärker als die Netzbetreiber.

Fakten

  • Das chinesische Forschungsnetz Cernet verband sich seit zwei Jahren mit dem IPv6-Netz Cernet 2.
  • Der Münchner Provider Spacenet lieferte ADSL-Kunden auf Wunsch schon IPv6.
  • Fred Baker favorisierte für Übersetzungen den chinesischen Ansatz IVI, der IPv4-Adressteile zustandslos in providerspezifische IPv6-Präfixe einbettet.

Referenzen

Kritik

  • Die Meldung beschreibt Vorschläge, aber nicht deren Nachteile für Portweiterleitungen und Logging hinter Carrier-Grade-NAT.

Bemerkungen

  • Die IANA verteilte im Februar 2011 die letzten freien IPv4-Blöcke; DS-Lite wurde 2011 als RFC 6333 standardisiert und ist bei deutschen Kabelanbietern verbreitet.

Empfehlungen

  • Stelle eigene Dienste dual-stack bereit, damit sie auch hinter DS-Lite-Anschlüssen erreichbar bleiben.
  • Plane bei DS-Lite-Anschlüssen eingehende IPv4-Verbindungen über Tunnel oder IPv6 statt über Portweiterleitung.

Originalartikel lesen →

Im Webarchiv suchen