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Russland soll auf GNU/Linux umsteigen

Zusammenfassung

Ende 2010 unterzeichnete Wladimir Putin als russischer Ministerpräsident eine Anordnung, nach der die Bundesbehörden auf GNU/Linux und freie Software umsteigen sollten. Vorgesehen war auch ein zentrales Verzeichnis freier Software für die Exekutivorgane. Frühere russische Projekte mit freier Software, vor allem im Bildungsbereich, waren bis dahin nicht richtig in Gang gekommen.

Worum es ging

Der Plan sah einen schrittweisen Umstieg über mehrere Jahre vor. Behörden sollten freie Software einsetzen und gemeinsam nutzbare Programme in einem Verzeichnis sammeln, statt jeweils eigene Lizenzen zu kaufen. Hinter dem Vorhaben standen Kosten, aber auch der Wunsch, weniger von ausländischen Softwarekonzernen abhängig zu sein.

Die Slashdot-Meldung fragte, ob dies der lange erwartete Durchbruch freier Software in der Verwaltung sei. Ein solcher politischer Auftrag von höchster Stelle war damals ungewöhnlich.

Warum das Thema bleibt

Ähnliche Vorhaben gab es in vielen Ländern, mit sehr unterschiedlichem Erfolg. München stellte seine Verwaltung mit LiMux auf Linux um und kehrte später teilweise zu Windows zurück. Schleswig-Holstein beschloss 2024, seine Verwaltung schrittweise auf freie Software umzustellen. Das Muster ist überall ähnlich: Die Technik ist selten das Hauptproblem, sondern Fachanwendungen, Schulungen und der lange Atem über Wahlperioden hinweg.

Ideen

  • Ein gemeinsames Verzeichnis freier Software vermeidet Doppelentwicklungen in Behörden.
  • Freie Software soll Kosten senken und die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern verringern.
  • Ein Umstieg der Verwaltung braucht einen Plan über mehrere Jahre.

Einsichten

  • Politische Anordnungen allein garantieren keinen erfolgreichen Umstieg.
  • Fachanwendungen und Schulung entscheiden über Erfolg oder Rückkehr zur alten Lösung.
  • Digitale Souveränität ist ein wiederkehrendes Motiv für freie Software in der Verwaltung.

Fakten

  • Die Meldung stammte von Glyn Moody.

Referenzen

Bemerkungen

  • Wie weit der Umstieg in Russland tatsächlich umgesetzt wurde, ist aus den verlinkten Quellen nicht ersichtlich.

Empfehlungen

  • Plane bei Migrationen auf freie Software zuerst die Fachanwendungen und Schnittstellen.
  • Sichere Schulung und Betreuung über die gesamte Laufzeit, nicht nur für den Start.

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