Ende 2019 kündigte Hyperbola GNU/Linux, eine von der FSF als vollständig frei anerkannte Distribution, einen harten Fork von OpenBSD an. Unter dem Namen HyperbolaBSD sollte ein neues Betriebssystem entstehen, dessen GPL-inkompatible und unfreie Teile durch neuen Code unter GPLv3 und LGPLv3 ersetzt werden. Als Gründe nannte das Projekt unter anderem DRM im Linux-Kernel, geplanten Rust-Code und erzwungene Abhängigkeiten wie systemd und PulseAudio.
George Hilliard entwickelt eine günstige Visitenkartenplatine, die Linux startet und über USB Shell, Speicher sowie persönliche Informationen anbietet.
Al Williams zeigt SSH-Konfiguration, Dateitransfer, Portweiterleitung, SOCKS-Proxy und entfernte Dateisysteme als vielseitige Werkzeuge für sichere Netze.
Franck Courchamp und Clément Morin stellen menschliche Intelligenz, Erfindungen und Bedeutung den Maßstäben von Evolution, Artenvielfalt, Erdgeschichte und Universum gegenüber.
Lennart Poettering stellt systemd-homed vor, das Linux-Home-Verzeichnisse mit Verschlüsselung, portablen Identitäten, moderner Authentisierung und strukturierten Nutzerdaten verbindet.
Im September 2019 trat Richard Stallman von dem Posten am Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory des MIT zurück, ebenso als Präsident der Free Software Foundation. Anlass waren Äußerungen im Zusammenhang mit dem Skandal um Spenden von Jeffrey Epstein an das MIT Media Lab. Felix von Leitner würdigte Stallman trotz aller persönlichen Schwierigkeiten als Begründer des GNU-Projekts und kompromisslosen Verfechter freier Software.
Feng Tang zeigt Messmethoden und Parallelisierungen, die den Kernelstart einer virtuellen Plattform von drei Sekunden auf 300 Millisekunden verkürzten.
Das BSI stellte 2019 die Ergebnisse eines geförderten Projekts vor, das die Browser-Erweiterung Mailvelope für PGP-verschlüsselte E-Mails verbesserte. Neu war unter anderem, dass Webseitenbetreiber Kontaktformulare Ende-zu-Ende verschlüsseln können, die Schlüssel werden dabei über das Web Key Directory abgerufen. Ein Audit von SEC Consult fand und schloss vier Lücken in Mailvelope und drei in der Bibliothek OpenPGP.js.
CERT-Bund warnte im August 2019 vor vier ungepatchten Lücken in Ciscos Firepower-Firewall-Software, über die Angreifer ohne Anmeldung die Filterregeln umgehen konnten. Während CERT-Bund das Risiko als hoch einstufte, bewertete Cisco alle vier Lücken nur als „Medium“ mit CVSS 5.8. Zum Zeitpunkt der Meldung gab es weder Updates noch Workarounds.
Forscher von vpnMentor fanden 2019 die Biometriedatenbank „Biostar 2“ des Herstellers Suprema weitgehend ungeschützt im Netz. Über einen normalen Browser erreichten sie 27,8 Millionen Einträge mit 23 Gigabyte, darunter unverschlüsselte Benutzernamen und Passwörter, über eine Million Fingerabdrücke und Gesichtsbilder. Das System steuerte Zutrittskontrollen, auch über die Nedap-Plattform AEOS bei über 5700 Organisationen in 83 Ländern.
Das Linux Journal kündigt nach jahrzehntelanger Berichterstattung seine Schließung an und macht die wirtschaftliche Verletzlichkeit unabhängiger Fachmedien sichtbar.
Microsoft-Entwickler Sasha Levin berichtet, dass Linux-VMs Windows Server auf Azure zahlenmäßig überholt haben und Microsoft deshalb stark am Kernel mitarbeitet.
Microsoft stellt Quelltext, Konfiguration und Buildhinweise des angepassten WSL2-Kernels bereit, der Linux-Systemaufrufe in einer leichten VM ausführt.
DIY Perks zeigte 2019, wie man einen kompletten PC in einen klappbaren Schreibtisch einbaut. Der Rechner verschwindet im Tisch, der zugleich Arbeitsfläche, Kühlung und Kabelführung übernimmt; verbaut wurden unter anderem eine RTX 2080 und Wasserkühlungsteile von Alphacool. Eine Klappmechanik macht die Hardware für Wartung zugänglich.
Bei der Verbindung zu meinem EUserv-Server und zur Webseite des Anbieters gingen ungefähr zehn Prozent der Pakete verloren; die Störung wurde ab dem Netzknoten mit der Adresse 149.14.211.218 sichtbar.
Alwin Antreich von Proxmox Server Solutions zeigte bei den Chemnitzer Linux-Tagen 2019, wie man mit Proxmox VE und Ceph einen hyperkonvergenten Cluster auf gängiger Hardware aufbaut. Hyperkonvergent heißt, dass Virtualisierung, Netzwerk, Speicher und Verwaltung eng zu einer softwaredefinierten Einheit verbunden sind. Der Cluster lässt sich über eine zentrale Weboberfläche wie ein einziges System verwalten.
Brian Krebs rekonstruiert eine Spionagekampagne, die Registrarzugänge und DNS-Einträge manipulierte, um E-Mail- und VPN-Zugänge zahlreicher Organisationen abzufangen.
Eine MIT-Vorlesungsreihe vermittelt Shell, Editoren, Versionsverwaltung, Datenverarbeitung, Debugging und Automatisierung als verbindendes Handwerkszeug.
Kernel-Entwickler diskutierten 2019 über ein eigenes Subsystem für KI-Beschleuniger, deren Treiber bis dahin über verschiedene Kernelbereiche verstreut waren. Olof Johansson schlug Patches vor und wollte das Subsystem zusammen mit Greg Kroah-Hartman pflegen. Entwickler der Grafiktreiber hielten die Idee für falsch, weil die Unterschiede zu GPUs minimal seien.
SUSE-Entwickler Andreas Färber veröffentlichte im Januar 2019 einen experimentellen Linux-Treiber für das Hausautomationsprotokoll Z-Wave. Er bezeichnete ihn als Machbarkeitsstudie, getestet mit dem Z-Wave-Modul von Pine64, geschrieben ohne Dokumentation des UART-Protokolls. Seit einigen Monaten entstanden zudem Treiber für das Funkprotokoll LoRa.
Harry Sintonen von F-Secure fand im Januar 2019 fünf Lücken in SCP-Implementierungen von OpenSSH, PuTTY und WinSCP. SCP prüft nicht, ob empfangene Dateien den angeforderten entsprechen, sodass ein bösartiger Server Dateien austauschen oder unbemerkt zusätzliche ablegen kann. So ließe sich etwa die .bashrc ersetzen und beim nächsten Programmaufruf Schadcode ausführen.