Ein Slashdot-Leser wollte Ende 2006 ein eigenes Linux-Gerät mit Grafik, Positionseingabe und Ton bauen und fand zwar viel zum Portieren von Linux, aber kaum etwas zum Entwurf der Hardware selbst. Die Community verwies auf fertige Boards wie Gumstix, Soekris und PC Engines WRAP und auf ARM-Chips wie den Cirrus Logic EP9302 als Ausgangspunkt. Als Wissensquellen nannte sie linuxdevices.com, handhelds.org und das O’Reilly-Buch „Designing Embedded Hardware“.
Im Dezember 2006 habe ich getestet, wie viel mein selbst gebauter Router auf Basis eines WRAP-Boards schafft, wenn das WLAN nur über OpenVPN gesichert ist. Bei AES-256 belegte OpenVPN rund 90 Prozent der 266-MHz-CPU, der Durchsatz lag im Mittel bei etwa 800 kB/s. Dieser Beitrag aus meinem alten Blog zeigt die Messung, warum ein Kleinrechner hier an seine Grenze kam und wie WireGuard und Kernel-Offload das Problem heute lösen.
Im September 2006 kündigte United Internet das Ende seiner Discount-Hostingmarke Alturo an, bei der mein Server stand; allen Kunden wurde zum 31. Oktober gekündigt. In einer 19-Stunden-Schicht zogen 23 Domains, ein Mailserver, drei Foren und mehrere Gigabyte Daten auf einen neuen Server um, mit neuem Debian und deutlich strengerer Absicherung. Dieser Beitrag aus meinem alten Blog erzählt den Umzug nach, zeigt, was damals zum Handwerkszeug gehörte, und was ich heute anders planen würde.
Im September 2006 habe ich meine Home-Partition von Cryptoloop auf dm-crypt umgestellt, das mit dem Device Mapper im Kernel 2.6 kam. Die Partition wurde mit cryptsetup im einfachen Modus ohne Header eingebunden, wahlweise per Kennwort oder per Schlüsseldatei auf einem USB-Stick, und ein Init-Skript hängte sie beim Start ein. Dieser Beitrag aus meinem alten Blog zeigt das Vorgehen von damals, die gemessenen Leistungseinbußen und warum man heute LUKS2 verwendet.
Manuel Schmitt beschreibt den Betatest einer live gespeisten DNS-Version der NixSpam-Blacklist, die erkannte Spamquellen binnen Sekunden verfügbar macht.
Im September 2006 lief mein Heimnetz über ein WRAP-Board von PC Engines: ein lüfterloser Kleinrechner mit 266-MHz-Geode-CPU, drei Netzwerkanschlüssen und einer CompactFlash-Karte statt Festplatte. Darauf habe ich Debian Sarge per debootstrap installiert und das Board über die serielle Konsole eingerichtet. Dieser Beitrag aus meinem alten Blog zeigt die Schritte und Konfigurationsdateien von damals und was man heute anders machen würde.
Im August 2006 erschienen neue Linux-Kernel der Serien 2.4.33, 2.6.16 und 2.6.17, die Sicherheitslücken schlossen. Ein Fehler in der SCTP-Funktion sctp_make_abort_user erlaubte angemeldeten Angreifern Codeausführung mit höheren Rechten. Ein UDF-Fehler brachte das System zum Absturz und war in 2.4.33 noch nicht behoben.
IBM veröffentlichte im August 2006 Updates für mehrere Lücken im Informix Dynamic Server, die NGSSoftware bereits im Januar 2005 gemeldet hatte. Über Funktionen wie LOTOFILE und SET DEBUG FILE ließen sich beliebige Dateien schreiben, dazu kamen zahlreiche Pufferüberläufe in SQL-Funktionen und auf Protokollebene. Ursache der Protokollfehler war unter anderem die C-Funktion getname(), die Zeichenketten wie strcpy() ungeprüft kopiert.
Movidis stellte 2006 den Server Revolution x16 mit Cavium-Octeon-Prozessor vor, dessen 16 MIPS64-Kerne zusammen weniger als 30 Watt aufnehmen sollten. Die Plattform bot acht Gigabit-Ports, bis zu 8 GByte RAM, einen SAS/SATA-Hostadapter und Linux mit Kernel 2.6.13.5 im NAND-Flash. Die Kerne hatten nur Integer-Rechenwerke, dafür Beschleuniger für Krypto, Kompression und TCP.
Felix von Leitner nutzte 2006 ein Wochenende mit leistungsstarken Dell-Servern, um verschiedene Unix-Systeme unter realistischer Last zu vergleichen. Statt synthetischer Tests spielte das selbst geschriebene HTTP-Benchmarkwerkzeug echte Zugriffsmuster eines Bildservers für Kleinanzeigen eines großen deutschen Portals nach. Die ersten Ergebnisse waren für NetBSD und FreeBSD schlecht, OpenBSD 3.7 und 3.9 blieben schon beim Booten der Installations-CD hängen.
Ralf Spenneberg vergleicht AppArmor und SELinux als Mandatory-Access-Control-Systeme und zeigt Unterschiede bei Modell, Konfiguration und Administration.
Ein Jahr nach dem Linksys-Vortrag stellte Jens Kühnel bei den Chemnitzer Linux-Tagen 2006 OpenWrt vor, ein freies Build-System für eigenes, erweiterbares Linux auf Routern. Ursprünglich für Linksys gedacht, unterstützte OpenWrt inzwischen viele Hersteller, aktuelle Linksys-Router dagegen nicht mehr. Im Vortrag wurde OpenWrt gemeinsam heruntergeladen, kompiliert und installiert, inklusive Weboberfläche und Paketverwaltung.
SWsoft wollte 2006 laut CNet seine freie Virtualisierungstechnik OpenVZ in den offiziellen Linux-Kernel bringen, unterstützt von Red Hat. OpenVZ richtet Virtual Private Server ein, die sich einen Kernel teilen und dadurch sehr effizient sind. Red Hat trieb parallel die Konkurrenztechnik Xen voran und kündigte Xen-Virtualisierung für das nächste RHEL an.
Die WMF-Lücke, über die manipulierte Bilddateien unter Windows Code ausführten, betraf im Januar 2006 auch Wine, Cedega und CrossOver Office. Laut HD Moore, Autor des Proof-of-Concept, war die komplette Metafile-API in Wine nachgebaut, einschließlich des Fehlers. Ausführbar war nicht nur Windows-Code, sondern auch nativer Shellcode, und Marcus Meissner von SUSE lieferte einen Patch.
Linus Torvalds gab im Januar 2006 nach sieben Release Candidates den Kernel 2.6.15 frei. Er brachte Änderungen am Software-RAID, einen NTFS-Treiber mit eingeschränkter Schreibunterstützung und erste Unterstützung für das NAS Linksys NSLU2. Umstritten war die Funktion vm_insert_page(), die Torvalds auch Nvidias proprietären Treibern zugänglich machte.