Colin Percival veröffentlichte Ende 2003 den Depenguinator, der ein entferntes Linux-System über eine einzige SSH-Verbindung durch FreeBSD 5.x ersetzt. Ein physischer Zugang zum Rechner war dafür nicht nötig. Das war praktisch für gemietete Server, deren Anbieter nur Linux-Abbilder installierten.
Marcelo Tosatti gab im August 2003 den Linux-Kernel 2.4.22 frei, der vor allem die ACPI-Unterstützung überarbeitete. Hinzu kamen Verbesserungen bei WLAN, Bluetooth, USB und 64-Bit-Prozessoren; die Version war mit dem Release Candidate 4 identisch. Parallel lagen Testversionen des Kernels 2.6 mit neuem Scheduler, besserer Speicherverwaltung und schnellerem IP-Stack vor.
Alan Cox kündigte 2003 auf der Kernel-Mailingliste an, sich ab September für ein Jahr aus der Linux-Entwicklung zurückzuziehen. Sein Arbeitgeber Red Hat stellte ihn für ein MBA-Studium frei, nebenbei wollte er sein Walisisch verbessern. Cox, oft als zweitwichtigster Kernel-Entwickler bezeichnet, benannte Nachfolger für seine Bereiche und sah sich angesichts der gewachsenen Gemeinschaft nicht mehr als „entscheidendes Rädchen“.
Janusz Niewiadomski veröffentlichte 2003 auf Bugtraq einen Pufferüberlauf im FTP-Server wu-ftpd in den Versionen 2.5.0 bis 2.6.2. Die Funktion fb_realpath() verarbeitete Pfade über 4096 Byte fehlerhaft; ausnutzen konnte das, wer Schreibrechte hatte und Verzeichnisse anlegen durfte. Die großen Distributionen lieferten Updates, als Workaround half das Verbot neuer Verzeichnisse mit „upload … nodirs“.
Edin Dizdarevic zeigte auf den Chemnitzer Linux-Tagen 2003, wie das freie Network Intrusion Detection System Snort arbeitet und wie es in schnellen Netzen zuverlässig läuft. Snort liest den Netzwerkverkehr mit, vergleicht ihn mit Regeln für bekannte Angriffsmuster und meldet Treffer als Alarm. Kern des Vortrags war „Weniger ist mehr“: wenige, passend gewählte Regeln und Präprozessoren statt aller verfügbaren Funktionen.
Outlook 2002 verschickte im Januar 2003 E-Mails unverschlüsselt, obwohl Nutzer die Verschlüsselung mit einem V1-Exchange-Server-Security-Zertifikat gewählt hatten. Der Fehler betraf nur HTML-Nachrichten und nur dieses Verfahren, PGP und S/MIME waren nicht betroffen. Microsoft stellte einen Patch bereit, zunächst nur auf Englisch, einige Tage später auch auf Deutsch.
AMD stellte im Januar 2003 den Flash-Speicher Am29PDL640G mit 64 Megabit und mehrstufigen Sicherheitsfunktionen vor, darunter ein 64-Bit-Passwortschutz. Er war für Mobiltelefone und Set-Top-Boxen gedacht und sollte verhindern, dass Hacker auf Kosten anderer telefonieren oder Pay-TV raubkopieren. Zudem sollte der Chip die Akkulaufzeit verlängern.
Das Internet Software Consortium fand im Januar 2003 bei einer Codeprüfung Lücken in seinem DHCP-Server ISC dhcpd, die Angreifern aus der Ferne Codeausführung ermöglichten, meist mit Root-Rechten. Betroffen waren die Versionen 3.0 bis 3.0.1RC10. Der Fehler lag in der Fehlerbehandlung der minires-Bibliothek, die für dynamische DNS-Updates genutzt wird.
Der Vortrag zeigt JTAG als hardwarenahe Schnittstelle, über die sich Prozessoren debuggen, Speicher untersuchen und eingebettete Geräte analysieren lassen.