Die Tricks mit der Google-Sicherheitslücke
Zusammenfassung
Trend Micro fand Anfang 2020 Schad-Apps im Google Play Store, die eine Android-Lücke ausnutzten, die zuvor bereits von Kunden des Spyware-Herstellers NSO verwendet worden war. Google hatte die Lücke rund anderthalb Jahre vorher selbst entdeckt. Die Apps Camero und Filecrypt Manager dienten als Dropper und installierten unbemerkt die Spionage-App Callcam.
Ideen
- Harmlos wirkende Apps laden die eigentliche Schadsoftware nach.
- Eine bekannte, aber nicht überall geschlossene Lücke blieb lange ausnutzbar.
- Die Installation wurde vor dem Nutzer verborgen.
- Filecrypt Manager missbrauchte die Barrierefreiheitsfunktion, um Installationen hinter einem Vollbildfenster zu verstecken.
Einsichten
- Zwischen Fund und Behebung auf allen Geräten liegt bei Android oft viel Zeit.
- Staatliche Spyware-Techniken landen später bei gewöhnlichen Kriminellen.
Fakten
- Entdeckt haben die Apps die Forscher Ecular Xu und Joseph C. Chen.
- Die Apps waren im offiziellen Play Store erhältlich.
- Die Rechteausweitung funktionierte unter anderem auf Pixel 2, Nokia 3, LG V20, Oppo F9 und Redmi 6A.
- Laut Trend Micro waren die Angreifer vermutlich seit März 2019 aktiv.
Referenzen
Kritik
- Die Meldung nennt die Kennung der Lücke nicht, was die Prüfung des eigenen Patchstands erschwert.
Empfehlungen
- Nutze Android-Geräte nur, solange sie monatliche Sicherheitsupdates erhalten.
- Installiere Apps sparsam und prüfe Berechtigungen und Herausgeber.
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