Der Security-Coprozessor in vielen CPUs ist unsicher
Zusammenfassung
Im August 2026 wurden zwei Lücken im Referenzcode der Trusted Computing Group für Firmware-TPMs (fTPM 2.0) bekannt, den AMD und Intel in ihre BIOS-Versionen übernehmen. CVE-2026-6727 ist ein Timing-Seitenkanal bei RSA-OAEP, CVE-2026-6726 erlaubt es, verworfene Schlüssel durch falsche zu ersetzen. Ausnutzen lassen sie sich nur mit lokalem, privilegiertem Zugriff, relevant sind sie vor allem für Firmengeräte.
Ideen
- Firmware-TPMs laufen als Firmware auf einem abgeschotteten Kern der CPU.
- Ein Fehler im gemeinsamen Referenzcode trifft viele Hersteller zugleich.
- Unterschiedliche Antwortzeiten bei korrektem und falschem Padding verraten Geheimnisse.
- Nicht korrekt invalidierte Schlüssel lassen sich durch gefälschte ersetzen.
Einsichten
- Die Vertrauenskette ist nur so stark wie ihr erstes Glied.
- Fehlende Zertifizierung bei fTPMs ließ Mängel länger unbemerkt als bei eigenständigen TPM-Chips.
Fakten
- Die Lücken haben CVSS-Werte von 8,5 und 8,3.
- Bei AMD sind laut Meldung alle Zen-Prozessoren von Ryzen 1000 bis Ryzen 9000 betroffen.
- Zertifizierungen wie CC EAL 4+ gibt es nur für eigenständige TPM-Chips.
- Bei Intel sind Client-Prozessoren bis zur Core-Ultra-200-Serie betroffen, bei Servern Xeon Scalable bis Ice Lake.
- Neben BIOS-Updates gibt es Software-Patches, etwa für die Linux-Bibliothek libtpms.
Referenzen
Kritik
- Die Meldung sagt nicht, wie viele Anfragen der Timing-Angriff benötigt und wie lange er dauert.
Empfehlungen
- Spiele BIOS-Updates mit korrigierter fTPM-Firmware auf Firmengeräten zeitnah ein.
- Nutze für besonders schutzbedürftige Systeme einen zertifizierten eigenständigen TPM-Chip.
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