SSH-Hintertür auch bei Fortinet?
Zusammenfassung
Im Januar 2016 tauchte auf Full Disclosure ein Python-Skript auf, das unautorisierten SSH-Zugang zu Fortinets FortiGate-Firewalls der Versionen 4.x bis 5.0.7 verschaffte. Der undokumentierte Mechanismus sah verdächtig wie eine Hintertür aus; Fortinet hatte das Problem bereits 2014 still behoben. Kurz zuvor hatte Juniper eingestehen müssen, dass seine Produkte mehrere Hintertüren enthielten.
Ideen
- Ein fest eingebauter Zugang umging die normale Authentifizierung.
- Stilles Beheben ohne Hinweis lässt Kunden über ihr Risiko im Unklaren.
- Ralf-Philipp Weinmann bestätigte die Hintertür kurz nach der Veröffentlichung.
Einsichten
- Undokumentierte Zugänge sind von Hintertüren nicht zu unterscheiden, egal wie sie gemeint waren.
- Transparenz bei Sicherheitskorrekturen ist Teil der Produktqualität.
Fakten
- Betroffen waren FortiOS 4.x bis 5.0.7.
- Fortinet hatte die Änderung 2014 ohne Hinweis eingespielt.
- Fortinet sprach von einem „Management-Authentifizierungsproblem“ und einem Patch vom Juli 2014.
- Die Release Notes von FortiOS 5.0.8 erwähnten keine SSH-Lücke.
Referenzen
Kritik
- Die Meldung kann Fortinets Absicht nicht klären und lässt die Frage nach dem Zweck offen.
Empfehlungen
- Mache SSH- und Weboberflächen von Firewalls nur aus einem Managementnetz erreichbar.
- Behandle stillschweigende Sicherheitskorrekturen als Warnsignal bei der Herstellerauswahl.
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