Achtfach Intel gegen Unix-Server
Zusammenfassung
1999 wollten Compaq und über 20 weitere PC-Hersteller mit Achtfach-Servern auf Intel-Basis und Windows NT die Unix-RISC-Systeme von Sun, IBM und HP angreifen. Grundlage war der Profusion-Chipsatz mit Crossbar-Switch von Intels Zukauf Corollary; frühere Anläufe wie Axils PentiumPro-Server waren gescheitert. heise sah den Schwachpunkt bei Microsoft: NT 4.0 traute niemand die Anforderungen großer Rechenzentren zu.
Ideen
- Ein Crossbar-Switch verbindet acht Prozessoren ohne gemeinsamen Engpass-Bus.
- PC-Hersteller wollten Unix-Leistung zu einem Drittel der Kosten anbieten.
- Die Hardware konnte auch Unix ausführen, beworben wurde aber Windows NT.
- Frühere Achtfach-Projekte scheiterten an den nötigen Investitionen.
Einsichten
- Skalierbare Hardware nützt wenig, wenn das Betriebssystem nicht mitskaliert.
- Standardhardware verdrängt Spezialsysteme meist über den Preis, nicht über die Spitzenleistung.
Fakten
- Der Profusion-Chipsatz stammte von Corollary, das Intel übernommen hatte.
- Axil, eine Tochter von Hyundai Amerika, hatte schon auf der CeBIT 1997 einen Achtfach-PentiumPro-Server gezeigt und später aufgegeben.
- Compaq besaß nach der Übernahme von DEC und Tandem selbst Alpha- und NonStop-Systeme.
Referenzen
Kritik
- Die vollmundigen Zitate der Hersteller bleiben ohne Benchmarks, die den Leistungsvergleich zu Unix-Systemen belegen.
Bemerkungen
- Durchgesetzt haben sich x86-Server im Rechenzentrum später vor allem mit Linux, weniger mit Windows NT.
Empfehlungen
- Prüfe bei Mehrprozessorsystemen, ob Betriebssystem und Anwendung die zusätzlichen Kerne tatsächlich nutzen.
- Vergleiche Serverplattformen über Kosten pro Leistung bei deiner eigenen Last, nicht über Marketingaussagen.
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