Linux und Windows als Web-Server gleichauf
Zusammenfassung
Ein c't-Test im August 2000 zeigte, dass Linux als Webserver mit Windows 2000 gleichgezogen hatte, nachdem Apache unter Linux ein Jahr zuvor auf Mehrprozessorsystemen noch unterlegen war. Beide lieferten mehr statische Seiten, als das Netz transportieren konnte; bei dynamischen Seiten mit PHP oder ASP skalierten beide bis vier CPUs nahezu linear. Außer Konkurrenz schlug der unveröffentlichte Kernel-Webserver TUX sowohl IIS als auch Apache.
Ideen
- Überarbeitungen im Linux-Kernel machten Mehrprozessor-Webserver konkurrenzfähig.
- Bei statischen Seiten begrenzt das Netzwerk, nicht der Server.
- Die echte Last entsteht beim Erzeugen dynamischer Seiten aus Datenbanken.
- Vier CPUs lieferten etwa die dreifache Leistung einer CPU.
Einsichten
- Benchmarks mit statischen Seiten sagen wenig über reale Webanwendungen aus.
- Mehr Prozessoren lohnen sich nur, solange Preis und Skalierung zusammenpassen.
Fakten
- Achtfach-Systeme schnitten im Verhältnis zu ihrem Preis deutlich schlechter ab als Vierfach-Systeme.
- TUX hatte im Juli 2000 einen Rekord im SPECweb99-Benchmark aufgestellt.
Referenzen
Kritik
- Der Vergleich misst Durchsatz, aber keine Aussagen zu Stabilität, Sicherheit oder Administrationsaufwand.
Bemerkungen
- TUX stammte von Red Hat und wurde nie in den offiziellen Linux-Kernel aufgenommen; Webserver im Kernel setzten sich nicht durch.
Empfehlungen
- Teste Webserver mit realistischen dynamischen Anfragen statt nur mit statischen Dateien.
- Prüfe vor dem Kauf größerer Maschinen, ob mehrere kleinere Server günstiger skalieren.
Links zur Originalquelle und zum Webarchiv öffnen einen neuen Tab.