Linux-Distributor Caldera kauft Unix-Traditionshaus SCO
Zusammenfassung
Im August 2000 übernahm der Linux-Distributor Caldera Systems große Teile des Unix-Anbieters SCO, darunter die Server-Software- und die Professional-Services-Sparte. Caldera erhielt damit SCO OpenServer, eine Supportstruktur und Zugang zu rund 15.000 Vertriebspartnern. Geplant war eine gemeinsame „Open Internet Platform“ aus OpenLinux und OpenServer, der Preis lag bei 17,5 Millionen Aktien und sieben Millionen Dollar in bar.
Ideen
- Ein Linux-Distributor kaufte sich Unix-Kundschaft und Vertriebsnetz ein.
- OpenLinux und OpenServer sollten eine gemeinsame Plattform bilden.
- SCO behielt die Tarantella-Sparte und eine Beteiligung am OpenServer-Geschäft.
Einsichten
- Übernahmen im Softwaremarkt kaufen oft vor allem Kundenbeziehungen, nicht Technik.
- Die Verbindung von freier und proprietärer Codebasis birgt rechtliche Spannungen.
Fakten
- Der Aktienanteil entsprach damals rund 120 Millionen US-Dollar.
- Geplant war eine neue Muttergesellschaft Caldera Inc. mit Managern beider Firmen.
Referenzen
Kritik
- Die Meldung beschreibt den Deal nur aus Unternehmenssicht; Fragen zu Lizenzen und zur Zukunft der Unix-Kunden bleiben offen.
Bemerkungen
- Caldera benannte sich 2002 in The SCO Group um und verklagte 2003 IBM wegen angeblicher Unix-Rechte in Linux. Der Streit dauerte Jahre und blieb für SCO erfolglos.
Empfehlungen
- Prüfe bei Firmenübernahmen im Softwareumfeld, wer danach die Rechte an Code und Marken hält.
- Plane bei proprietären Unix-Systemen einen Migrationspfad, falls der Anbieter wechselt.
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