Internet-Schach: Karpov gewinnt in 32 Zügen
Zusammenfassung
Am 26. August 1996 spielte Schachweltmeister Anatoli Karpov öffentlich gegen die Internetgemeinde und gewann nach 32 Zügen. Die Online-Spieler hatten je zehn Minuten Zeit, danach führte ein Computer den am häufigsten vorgeschlagenen Zug aus. Rund eine Viertelmillion Menschen besuchte die Webseite, die meisten sahen der vierstündigen Partie aber nur zu.
Ideen
- Ein Mehrheitsentscheid ersetzt den einzelnen Spieler durch eine Abstimmung pro Zug.
- Ein fester Zeittakt von zehn Minuten macht eine Massenpartie überhaupt organisierbar.
- Die meisten Besucher beobachteten, statt mitzuspielen.
Einsichten
- Schwarmentscheidungen mitteln Ideen, erzeugen aber selten einen zusammenhängenden Plan.
- Frühe Internet-Events bewiesen vor allem, dass viele Menschen gleichzeitig online sein wollten.
Fakten
- Die Partie dauerte rund vier Stunden.
- Rund 250.000 Besucher riefen die Webseite zur Partie auf.
Referenzen
Kritik
- Die Meldung verrät nicht, wie viele Züge tatsächlich eingereicht wurden, und lässt die Qualität des Kollektivspiels offen.
Bemerkungen
- 1999 folgte die bekanntere Partie „Kasparov gegen die Welt“, bei der Tausende über mehrere Monate gemeinsam spielten.
Empfehlungen
- Plane bei Live-Ereignissen im Netz die Last durch passive Zuschauer, nicht nur durch aktive Teilnehmer.
- Nutze Mehrheitsabstimmungen für einfache Entscheidungen, nicht für Aufgaben, die eine durchgehende Strategie brauchen.
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