KRACK: WPA2 wird angreifbar
Zusammenfassung
Am 16. Oktober 2017 veröffentlichte Mathy Vanhoef von der KU Leuven die Key Reinstallation Attacks, kurz KRACK, gegen den Vierwege-Handshake von WPA2. Ein Angreifer in Funkreichweite kann Opfer dazu bringen, einen bereits verwendeten Schlüssel erneut zu installieren, und so verschlüsselten Verkehr mitlesen und teils manipulieren. Die Schwäche lag im Standard selbst, deshalb waren praktisch alle WLAN-Geräte betroffen, besonders schwer Linux und Android ab Version 6.0.
Wie der Angriff funktioniert
Beim Vierwege-Handshake bestätigen Client und Zugangspunkt, dass beide das richtige Passwort kennen, und handeln einen frischen Sitzungsschlüssel aus. Vanhoef zeigte, dass man durch wiederholte Nachrichten den Client dazu bringen kann, den Schlüssel neu zu installieren und dabei Zähler zurückzusetzen. Werden Nonces wiederverwendet, lässt sich die Verschlüsselung aushebeln.
Bei Linux und Android ab 6.0 war es besonders schlimm: wpa_supplicant ließ sich dazu bringen, einen Schlüssel aus lauter Nullen zu installieren. HTTPS schützt zusätzlich, ließ sich laut Vanhoef aber in erstaunlich vielen Fällen umgehen. Das Passwort des WLANs verrät der Angriff nicht, ein Wechsel hilft deshalb nicht.
Ideen
- Fehler im Standard treffen jede korrekte Umsetzung.
- Ein Passwortwechsel hilft nicht gegen Protokollfehler, nur Updates helfen.
- Zusätzliche Verschlüsselung wie HTTPS bleibt wichtig, auch im eigenen WLAN.
- Clients sind oft schwerer zu aktualisieren als Router.
Einsichten
- KRACK zeigte, dass auch formal geprüfte Protokolle angreifbar sind, wenn die Prüfung nicht abdeckt, wann ein Schlüssel installiert wird. Der Fehler steckte seit 2004 im Standard.
- Der Angriff beschleunigte WPA3, das wiederum zwei Jahre später selbst Schwächen zeigte.
Fakten
- Veröffentlicht am 16. Oktober 2017 von Mathy Vanhoef, imec-DistriNet, KU Leuven.
- Der Hauptangriff richtet sich gegen den Vierwege-Handshake von WPA2.
- Linux und Android ab 6.0 konnten zur Installation eines Schlüssels aus Nullen gebracht werden.
Referenzen
Bemerkungen
- Vanhoef ergänzte die Seite 2018 um ein Folgepaper, das die Angriffe verallgemeinert.
Empfehlungen
- Clients und Zugangspunkte aktualisieren; bei KRACK war vor allem das Update der Clients entscheidend.
- Geräte ohne Updates aus dem Hauptnetz nehmen.
- Vertrauliche Verbindungen zusätzlich verschlüsseln, etwa per HTTPS oder VPN.
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