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Dragonblood: Schwächen in WPA3

Zusammenfassung

Im April 2019 veröffentlichten Mathy Vanhoef und Eyal Ronen unter dem Namen Dragonblood Angriffe auf den Dragonfly-Handshake von WPA3, der Passwort-Raten eigentlich unmöglich machen sollte. Über Downgrade-Angriffe und Seitenkanäle bei Zeit und Cache konnten Angreifer in Funkreichweite das WLAN-Passwort dennoch ermitteln. Die Wi-Fi Alliance reagierte mit Empfehlungen, die sich nach Vanhoef aber selbst als schwer sicher umsetzbar erwiesen.

Was Dragonblood zeigte

WPA3 sollte mit dem Dragonfly-Handshake, auch SAE genannt, Offline-Wörterbuchangriffe ausschließen. Vanhoef und Ronen fanden zwei Klassen von Schwächen: Im Übergangsmodus, der WPA2- und WPA3-Geräte parallel zulässt, lässt sich ein Client auf WPA2 herunterstufen. Und die Berechnung im Handshake verrät über Laufzeit und Cache-Zugriffe genug, um das Passwort zu raten.

Dragonfly steckt auch in EAP-pwd, einem Verfahren für Firmennetze; dort fanden die Forscher in den meisten Produkten Fehler, mit denen man sich ohne Passwort als beliebiger Nutzer anmelden konnte. Später zeigten sie, dass auch die von der Wi-Fi Alliance empfohlenen Brainpool-Kurven neue Seitenkanäle öffnen.

Ideen

  • Ein neuer Standard ist nicht automatisch sicher.
  • Übergangsmodi für Altgeräte sind Einfallstore.
  • Seitenkanäle verraten Geheimnisse über Zeit und Speicherzugriffe.
  • Empfehlungen ohne öffentliche Prüfung wiederholen alte Fehler.

Einsichten

  • Dragonblood wiederholt die Lehre von KRACK: Ein Standard, der hinter verschlossenen Türen entsteht, wird erst nach der Verabschiedung gründlich geprüft, wenn Korrekturen teuer sind.
  • Für den Alltag bleibt WPA3 trotzdem ein Fortschritt, sofern Geräte aktuell sind und der Übergangsmodus nicht dauerhaft läuft.

Fakten

  • Veröffentlicht im April 2019 von Mathy Vanhoef (NYU Abu Dhabi) und Eyal Ronen (Universität Tel Aviv und KU Leuven).
  • Angriffsklassen: Downgrade im Übergangsmodus und Seitenkanäle über Zeit und Cache.
  • Auch EAP-pwd ist betroffen; die meisten geprüften Umsetzungen hatten Fehler.

Referenzen

Bemerkungen

  • Die Seite wurde mehrfach aktualisiert; das Paper erschien auf dem IEEE Symposium on Security and Privacy.

Empfehlungen

  • WPA3 nur mit aktuellen Treibern und Firmware betreiben.
  • Den Übergangsmodus nur so lange nutzen, wie Altgeräte es erzwingen.
  • Lange, zufällige WLAN-Passwörter verwenden, damit auch Wörterbuchangriffe ins Leere laufen.

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