Freie Firmware für Raspberry Pi startet Linux-Kernel
Zusammenfassung
Eine freie Bootcode-Firmware für den Raspberry Pi konnte im Januar 2017 erstmals direkt den Linux-Kernel starten. Beim Pi lädt ein fest eingebrannter Code die proprietäre Broadcom-Firmware auf die Grafikeinheit, die dann die Hardware initialisiert. Die freie Alternative entstand vor allem per Reverse Engineering, hatte aber noch Lücken bei USB, eMMC sowie Energie- und Taktverwaltung.
Ideen
- Beim Raspberry Pi startet zuerst die Grafikeinheit, nicht der ARM-Prozessor.
- Proprietäre Blobs stehen am Anfang der Vertrauenskette.
- Reverse Engineering und freie Broadcom-Header ermöglichten eine offene Firmware.
Einsichten
- Ein vollständig freies System beginnt beim ersten ausgeführten Code, nicht erst beim Kernel.
- Freie Firmware könnte auch freien Treibern die Arbeit erleichtern.
Fakten
- Offene Punkte waren USB PHY, der eMMC-Treiber sowie Energie- und Taktverwaltung.
- Broadcom stellte einige Header-Dateien unter freier Lizenz bereit.
- Mit dem freien Code ließ sich bereits ein minimaler Kernel ohne Grafikausgabe starten.
Referenzen
Kritik
- Die Meldung nennt keinen Zeitrahmen, bis eine vollständig freie Bootkette erreichbar wäre.
Empfehlungen
- Beachte bei Einplatinenrechnern, welche Teile des Bootvorgangs proprietär sind.
- Wähle für sicherheitskritische Einsätze Hardware mit dokumentiertem, prüfbarem Bootprozess.
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