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Bitcoin 0.1 erscheint

Zusammenfassung

Am 8. Januar 2009 kündigte Satoshi Nakamoto auf der Mailingliste Cryptography die erste Version von Bitcoin an, ein elektronisches Bargeld ohne zentrale Stelle, das ein Peer-to-Peer-Netz gegen doppeltes Ausgeben absichert. Die Software lief zunächst nur unter Windows, brachte ihren C++-Quellcode mit und bat Nutzer, Port 8333 für eingehende Verbindungen zu öffnen. Die Mail beschreibt nüchtern ein Experiment, aus dem eine Währung mit einem Marktwert von über einer Billion Dollar wurde.

Was die Mail beschreibt

Nakamoto erklärte die Bedienung in wenigen Zeilen: Dateien entpacken, BITCOIN.EXE starten, das Programm verbindet sich selbst mit anderen Knoten. Wer einen Knoten mit eingehenden Verbindungen betreibe, helfe dem Netz sehr. Die Software sei Alpha und experimentell, und es gebe keine Garantie, dass der Zustand des Systems nicht irgendwann neu gestartet werden müsse.

Münzen bekam man von anderen oder durch „Generate Coins“. Die Schwierigkeit des Proof-of-Work habe Nakamoto anfangs lächerlich niedrig angesetzt, sodass ein normaler PC in wenigen Stunden Münzen erzeugen könne; mit mehr Konkurrenz werde sie automatisch steigen. Neu erzeugte Münzen mussten 120 Blöcke reifen, bevor man sie ausgeben durfte.

Ideen

  • Konsens ohne zentrale Stelle ist mit Proof-of-Work möglich.
  • Ein offenes Netz braucht Knoten, die eingehende Verbindungen annehmen.
  • Eine automatisch steigende Schwierigkeit hält die Blockrate stabil.
  • Freier Quellcode schafft Vertrauen in ein Geldsystem ohne Betreiber.

Einsichten

  • Die Ankündigung ist bescheiden und technisch; der Hype kam später. Gerade deshalb lohnt der Blick auf das Original: Es beschreibt ein Verfahren, keine Anlage.
  • Der Proof-of-Work, der 2009 auf einem PC in Stunden lief, wurde zum Wettrüsten mit Spezialhardware und enormem Stromverbrauch.

Fakten

  • Die Ankündigung ging am 8. Januar 2009 an die Mailingliste Cryptography.
  • Bitcoin-Knoten nahmen eingehende Verbindungen auf Port 8333 an.
  • Neu erzeugte Münzen mussten 120 Blöcke reifen.

Referenzen

Kritik

  • Der Proof-of-Work, den die Mail als leicht einstellbare Schwierigkeit beschreibt, ist heute einer der größten Stromverbraucher der IT; dieser Preis des Verfahrens war 2009 nicht absehbar und ist bis heute der stärkste Einwand gegen Bitcoin.

Bemerkungen

  • Wer Satoshi Nakamoto ist, ist bis heute nicht geklärt.

Empfehlungen

  • Das Whitepaper von 2008 lesen, es erklärt das Verfahren auf neun Seiten.
  • Bei Knoten im eigenen Netz bedenken, dass ein offener Port 8333 Verbindungen aus aller Welt annimmt.

Originalmail lesen

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