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Gmail startet mit 1 GB Speicher

Zusammenfassung

Am 1. April 2004 stellte Google den Webmail-Dienst Gmail vor, mit 1 GB Speicher pro Nutzer, mehr als das Hundertfache üblicher Gratisangebote. Statt Nachrichten in Ordner zu sortieren und zu löschen, sollten Nutzer alles behalten und mit Googles Suche wiederfinden. Wegen des Datums hielten viele die Ankündigung zunächst für einen Aprilscherz.

Was Gmail anders machte

Laut Pressemitteilung kam die Idee von einer Nutzerin, die sich über Ordnerverwaltung und das Limit von vier Megabyte bei anderen Diensten beschwerte. Ein Google-Entwickler machte daraus ein Projekt in seiner „20-Prozent-Zeit“, die Google damals für eigene Ideen vorsah.

Gmail setzte auf drei Dinge: Suche über alle jemals gesendeten und empfangenen Mails, 1 GB Speicher und Konversationen, die Antworten zu einem Faden zusammenfassen. Der Dienst startete als Vorabversion für einen kleinen Kreis und war lange nur auf Einladung zu bekommen.

Ideen

  • Wer genug Speicher hat, muss nicht mehr aufräumen, sondern nur suchen.
  • Konversationsansichten bündeln Mails nach Thema statt nach Datum.
  • Kostenlos heißt bei Werbefirmen: Bezahlt wird mit Daten.
  • Ein großzügiges Angebot setzt Konkurrenten unter Zugzwang.

Einsichten

  • Gmail verschob die Erwartung an E-Mail von „Postfach aufräumen“ zu „alles behalten und suchen“, und die Konkurrenz erhöhte binnen Monaten ihre Speichergrenzen.
  • Das Geschäftsmodell sorgte von Anfang an für Kritik: Gmail blendete zu den Inhalten der Mails passende Werbung ein, was Datenschützer 2004 scharf angriffen.

Fakten

  • Vorgestellt am 1. April 2004 in Mountain View.
  • Jeder Nutzer bekam 1.000 MB Speicher, laut Google mehr als das Hundertfache anderer Gratisdienste.
  • Der Dienst startete als Vorabversion für eine kleine Zahl von Testern.

Referenzen

Bemerkungen

  • Die Pressemitteilung ist über das Webarchiv erhalten; der damalige Presse-Blog von Google ist von hier aus nicht direkt erreichbar.

Empfehlungen

  • Für vertrauliche Mails einen Anbieter wählen, der Inhalte nicht für Werbung auswertet, oder Ende-zu-Ende verschlüsseln.
  • Auch bei viel Speicher regelmäßig Sicherungen der eigenen Mails ziehen, etwa per IMAP.

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