Debian 3.0 „Woody“: Kryptografie im Hauptarchiv
Zusammenfassung
Am 19. Juli 2002 erschien Debian GNU/Linux 3.0 „Woody“ für elf Prozessorarchitekturen, erstmals mit KDE und mit Kryptografie direkt im Hauptarchiv. OpenSSH und GNU Privacy Guard gehörten nun zur Standardinstallation, und rund 4.000 neue Pakete kamen hinzu. Für Admins brachte die Version außerdem aptitude, APT-Pinning und Unterstützung für die Kernel 2.2 und 2.4 mit den Journaling-Dateisystemen ext3 und ReiserFS.
Was neu war
Bis dahin lag Kryptografie bei Debian aus Rücksicht auf US-Exportbestimmungen in einem getrennten Archiv außerhalb der USA. Mit Woody wanderte sie ins Hauptarchiv: SSH, GnuPG und starke Verschlüsselung in Browsern, Webservern und Datenbanken waren nun Teil der normalen Installation.
Neu hinzu kamen die Architekturen IA-64, HP PA-RISC, MIPS und S/390. Der Desktop bekam erstmals KDE 2.2, dazu GNOME 1.4, XFree86 4.1 und Browser wie Mozilla, Galeon und Konqueror. Woody war die erste Debian-Version, die dem Filesystem Hierarchy Standard 2.2 entsprach.
Ideen
- Verschlüsselung gehört in die Grundinstallation, nicht in ein Zusatzarchiv.
- Ein Upgrade im laufenden Betrieb war schon 2002 Debians Stärke.
- APT-Pinning erlaubt, einzelne Pakete aus neueren Zweigen zu holen.
- Viele Architekturen zu pflegen kostet Zeit, sichert aber Unabhängigkeit.
Einsichten
- Dass SSH erst 2002 selbstverständlich zu Debian gehörte, zeigt, wie stark Exportgesetze die Verbreitung von Verschlüsselung bremsten.
- Woody brauchte knapp zwei Jahre seit Debian 2.2; die langen Abstände wurden später zum Anlass für feste Freigabezyklen.
Fakten
- Veröffentlicht am 19. Juli 2002 für elf Architekturen.
- OpenSSH und GNU Privacy Guard waren erstmals Teil der Standardinstallation.
- Rund 4.000 neue Pakete kamen gegenüber der Vorversion hinzu.
- Unterstützt wurden die Kernel 2.2 und 2.4, mit 2.4 auch ext3 und ReiserFS.
Referenzen
Bemerkungen
- Die Meldung liegt heute im Debian-Archiv unter chronicles.debian.org.
Empfehlungen
- Für ein Upgrade die Release Notes der jeweiligen Debian-Version vollständig lesen, das galt 2002 wie heute.
- APT-Pinning sparsam einsetzen; gemischte Systeme sind schwerer zu pflegen.
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