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OpenAFS: ein verteiltes gemeinsames Dateisystem

Zusammenfassung

Dr. Hartmut Reuter vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik stellte beim Chemnitzer Linux-Tag 2002 OpenAFS vor, ein verteiltes Dateisystem nach dem Client-Server-Modell. Kerberos sorgt für die Sicherheit, Clients gibt es für Linux, viele Unix-Varianten, Windows und macOS. AFS gilt als extrem skalierbar und kann sogar als weltweites Dateisystem genutzt werden.

Was ist AFS?

AFS steht ursprünglich für Andrew File System und entstand in den 1980er-Jahren an der Carnegie Mellon University. Die Daten liegen auf mehreren voneinander unabhängigen Dateiservern, die in sogenannten Zellen organisiert sind. Für jeden Client sieht das Dateisystem gleich aus: Unter /afs erscheinen alle Zellen in einem gemeinsamen Verzeichnisbaum, egal von welchem Rechner man zugreift.

Die Clients halten Dateien in einem lokalen Zwischenspeicher, was das Netz entlastet. Anmeldung und Rechte laufen über Kerberos, sodass Passwörter nie unverschlüsselt durchs Netz gehen. Es gab AFS-Zellen mit vielen tausend Clients und vielen Terabyte Daten, vor allem an Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Was daraus wurde

IBM hatte AFS im Jahr 2000 als OpenAFS freigegeben. Das System wird bis heute in Forschung und Hochschulen eingesetzt, hat aber außerhalb davon wenig Verbreitung gefunden. Viele Aufgaben übernehmen heute NFSv4 mit Kerberos, verteilte Systeme wie Ceph oder Cloud-Speicher. Die Idee eines weltweit einheitlichen Namensraums bleibt trotzdem bemerkenswert.

Ideen

  • Ein gemeinsamer Namensraum macht Dateien auf allen Clients unter demselben Pfad sichtbar.
  • Unabhängige Dateiserver erlauben hohe Skalierbarkeit.
  • Lokale Zwischenspeicher entlasten das Netz.

Einsichten

  • Sichere Authentifizierung mit Kerberos war früh ein Kernbestandteil verteilter Dateisysteme.
  • Technisch überlegene Systeme setzen sich nicht automatisch breit durch.

Fakten

  • AFS entstand an der Carnegie Mellon University.
  • IBM gab AFS im Jahr 2000 als OpenAFS frei.
  • Unter /afs erscheinen alle AFS-Zellen in einem gemeinsamen Verzeichnisbaum.

Referenzen

Bemerkungen

  • Vom Vortrag gibt es einen MP3-Mitschnitt auf der Programmseite der Chemnitzer Linux-Tage.

Empfehlungen

  • Prüfe für gemeinsame Dateien im Netz zuerst NFSv4 oder Samba, bevor du ein komplexes verteiltes Dateisystem einführst.
  • Setze bei Netzwerkdateisystemen auf starke Authentifizierung statt auf vertraute Netze.

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