bk99.de entertain the web since 1997

Microsoft Internet Explorer für Unix

Zusammenfassung

Microsoft kündigte 1996 an, den Internet Explorer bis Jahresende auch für Unix anzubieten, kostenlos und mit dem Funktionsumfang der Windows-95-Version 3.0. Als erstes Zielsystem nannte das Unternehmen Suns Solaris 2. Dazu sollten ActiveX-Entwicklungsumgebungen für Unix kommen, Ausdruck von Bill Gates' Neuausrichtung auf das Internet.

Ideen

  • Microsoft richtete seine Portierungsstrategie am Internet statt allein an Windows aus.
  • Ein kostenloser Browser auf Unix sollte Microsofts Webtechnik auf fremde Plattformen tragen.
  • ActiveX für Unix hätte Windows-typische Webkomponenten plattformübergreifend nutzbar gemacht.

Einsichten

  • Wer den Browser auf vielen Plattformen stellt, prägt die Technik, für die Webseiten gebaut werden.
  • Portierungen dienen oft weniger der neuen Zielgruppe als der Verbreitung eigener Standards.

Fakten

  • Als Zielsystem nannte Microsoft ausdrücklich Solaris 2.
  • Die Unix-Version sollte den Funktionsumfang des Internet Explorer 3.0 für Windows 95 bieten.

Referenzen

Kritik

  • Die Meldung gibt die Ankündigung ungeprüft wieder; ob ActiveX unter Unix sicher und vollständig funktionieren konnte, bleibt offen.

Bemerkungen

  • Der Internet Explorer für Unix erschien später tatsächlich für Solaris und HP-UX, blieb aber eine Randerscheinung und wurde eingestellt.

Empfehlungen

  • Prüfe bei plattformübergreifenden Angeboten eines Herstellers, welche proprietären Techniken damit mitgeliefert werden.
  • Setze bei Webanwendungen auf offene Standards statt auf browserspezifische Komponenten.

Originalartikel lesen →

Im Webarchiv suchen