Microsoft Internet Explorer für Unix
Zusammenfassung
Microsoft kündigte 1996 an, den Internet Explorer bis Jahresende auch für Unix anzubieten, kostenlos und mit dem Funktionsumfang der Windows-95-Version 3.0. Als erstes Zielsystem nannte das Unternehmen Suns Solaris 2. Dazu sollten ActiveX-Entwicklungsumgebungen für Unix kommen, Ausdruck von Bill Gates' Neuausrichtung auf das Internet.
Ideen
- Microsoft richtete seine Portierungsstrategie am Internet statt allein an Windows aus.
- Ein kostenloser Browser auf Unix sollte Microsofts Webtechnik auf fremde Plattformen tragen.
- ActiveX für Unix hätte Windows-typische Webkomponenten plattformübergreifend nutzbar gemacht.
Einsichten
- Wer den Browser auf vielen Plattformen stellt, prägt die Technik, für die Webseiten gebaut werden.
- Portierungen dienen oft weniger der neuen Zielgruppe als der Verbreitung eigener Standards.
Fakten
- Als Zielsystem nannte Microsoft ausdrücklich Solaris 2.
- Die Unix-Version sollte den Funktionsumfang des Internet Explorer 3.0 für Windows 95 bieten.
Referenzen
Kritik
- Die Meldung gibt die Ankündigung ungeprüft wieder; ob ActiveX unter Unix sicher und vollständig funktionieren konnte, bleibt offen.
Bemerkungen
- Der Internet Explorer für Unix erschien später tatsächlich für Solaris und HP-UX, blieb aber eine Randerscheinung und wurde eingestellt.
Empfehlungen
- Prüfe bei plattformübergreifenden Angeboten eines Herstellers, welche proprietären Techniken damit mitgeliefert werden.
- Setze bei Webanwendungen auf offene Standards statt auf browserspezifische Komponenten.
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