Maker-Boards brauchen freie und aktuelle Kernel
Zusammenfassung
Felix von Leitner stellte 2017 fest, dass auf vielen günstigen ARM-Bastelrechnern ähnlich dem Raspberry Pi kein Standardkernel läuft. Das Userland ist meist ein Debian, der Kernel aber eine alte Herstellerversion mit bekannten Lücken. Leser empfahlen als Ausweg Armbian, Arch Linux ARM, Fedora ARM und das BeagleBone Black, bei denen Mainline-Kernel verfügbar sind.
Das Problem mit Herstellerkerneln
Viele Hersteller von Systemen auf einem Chip liefern einen angepassten Linux-Kernel aus, der auf einer alten Version beruht und eigene, nie in den offiziellen Kernel eingeflossene Treiber enthält. Ist das Gerät einmal auf dem Markt, wird dieser Kernel kaum noch gepflegt. Das betrifft Bastelrechner, Router und viele Android-Telefone gleichermaßen.
Von Leitner nannte es zu Recht unseriös, ein Gerät mit „läuft mit Linux“ zu bewerben, wenn darauf nur ein bestimmter veralteter Kernel startet. Freie Software verliert ihren Wert, wenn man sie nicht selbst aktualisieren kann.
Was sich seitdem getan hat
Gemeinschaften wie linux-sunxi für Allwinner-Chips haben seitdem viele Treiber in den offiziellen Kernel gebracht. Armbian bietet für zahlreiche Boards aktuelle Kernel an, und Hersteller wie Rockchip arbeiten stärker mit dem Hauptzweig. Trotzdem gilt weiterhin: Vor dem Kauf eines Boards lohnt der Blick, ob Mainline-Unterstützung existiert.
Ideen
- Ein Gerät ist nur dann wirklich offen, wenn ein aktueller Standardkernel darauf läuft.
- Herstellerkernel veralten nach dem Marktstart schnell.
- Gemeinschaftsprojekte bringen Treiber in den offiziellen Kernel.
Einsichten
- Ein Debian-Userland auf einem alten Herstellerkernel ist kein vollwertiges Debian-System.
- Mainline-Unterstützung entscheidet über die Lebensdauer von Hardware.
Fakten
- Armbian unterscheidet bei vielen Boards zwischen Legacy- und Mainline-Kernel.
- Dasselbe Problem nannte der Beitrag für Router mit DD-WRT und Android-Smartphones.
Referenzen
Bemerkungen
- Der Beitrag ist als Frage an die Leser formuliert und wurde mit deren Empfehlungen ergänzt.
Empfehlungen
- Prüfe vor dem Kauf eines Bastelrechners, ob ein Mainline-Kernel unterstützt wird.
- Bevorzuge Boards, die in Armbian oder Debian mit aktuellem Kernel gelistet sind.
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