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AVM-Router: Weitere Lücke in der FritzBox-Fernwartungsfunktion

Zusammenfassung

heise Security fand 2014 eine Lücke in den MyFritz-Apps für Android und iOS, über die Angreifer ohne Passwort auf die Weboberfläche einer FritzBox zugreifen konnten. Die Apps prüften das SSL-Zertifikat der Box nicht ausreichend, sodass ein Angreifer in einem fremden Netz die Session-ID abgreifen konnte. AVM löste das per Certificate Pinning: Die Apps merken sich beim ersten Kontakt den Fingerabdruck des Zertifikats und warnen bei Änderungen.

Ideen

  • Verschlüsselung ohne Zertifikatsprüfung schützt nicht vor Man-in-the-Middle-Angriffen.
  • Eine abgefangene Session-ID ersetzt das Passwort.
  • Jede FritzBox betreibt eine eigene Zertifizierungsstelle namens localhost.
  • Certificate Pinning ersetzt die fehlende vertrauenswürdige CA.

Einsichten

  • Selbstsignierte Zertifikate brauchen einen anderen Vertrauensanker, sonst ist HTTPS wirkungslos.
  • Der erste Verbindungsaufbau ist der kritische Moment beim Trust-on-first-use-Prinzip.

Fakten

  • Mit Webzugriff konnte ein Angreifer eigene Benutzerkonten anlegen und Telefonie missbrauchen.
  • Die Lücke hatte nichts mit den gleichzeitig diskutierten TR-069-Problemen zu tun.
  • Anfang 2014 hatten Kriminelle bereits eine andere FritzBox-Lücke ausgenutzt, um über gekaperte Router teure Telefonate zu führen.

Referenzen

Kritik

  • Die Meldung stammt vom Entdecker selbst und bewertet nicht, wie viele Nutzer tatsächlich in fremden WLANs administrierten.

Empfehlungen

  • Richte gepinnte Verbindungen zur eigenen Infrastruktur erstmals im eigenen, vertrauenswürdigen Netz ein.
  • Erreiche die Router-Verwaltung aus der Ferne lieber über ein VPN als über eine offene Weboberfläche.

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