Totalschaden: ein gehackter Server auf dem OP-Tisch
Zusammenfassung
Peer Heinlein von Heinlein Support zeigte bei den Chemnitzer Linux-Tagen 2013 die Schritt-für-Schritt-Untersuchung eines echten gehackten Root-Servers. Der Fall war ein mustergültiges Beispiel für Hintertüren, Rootkits und das, was Angreifer damit anstellen. Der Vortrag erklärte, woran man Einbrüche erkennt, wie Rootkits funktionieren und welche Hinweise auf Manipulationen man nicht übersehen sollte.
Was ist ein Rootkit?
Ein Rootkit ist Schadsoftware, die sich nach einem Einbruch auf dem System versteckt und dem Angreifer dauerhaften Zugang sichert. Es kann Systemprogramme wie ps, ls oder netstat austauschen, damit sie die Prozesse und Dateien des Angreifers nicht mehr anzeigen. Moderne Varianten nisten sich sogar im Kernel ein.
Das macht die Untersuchung schwierig: Auf einem kompromittierten System kann man keinem Werkzeug mehr trauen. Spuren findet man eher über Abweichungen, etwa unerwartete Netzwerkverbindungen, veränderte Prüfsummen von Systemdateien oder Lücken in Protokollen.
Was man daraus lernen kann
Die wichtigste Lehre aus solchen Fällen ist unbequem: Ein gehackter Server lässt sich nicht zuverlässig reinigen. Er muss neu aufgesetzt werden, und alle Zugangsdaten, die dort lagen oder genutzt wurden, müssen ausgetauscht werden. Die Untersuchung dient dazu, den Einfallsweg zu finden, damit er beim neuen System geschlossen ist.
Ideen
- Rootkits verstecken Prozesse, Dateien und Verbindungen von Angreifern.
- Spuren eines Einbruchs zeigen sich oft als Abweichung vom Normalzustand.
- Ein echter Vorfall eignet sich besonders gut als Lehrbeispiel.
Einsichten
- Auf einem kompromittierten System ist keinem Werkzeug mehr zu trauen.
- Ein gehackter Server muss neu aufgesetzt werden, Reinigung reicht nicht.
Fakten
- Den Vortrag hielt Peer Heinlein, Geschäftsführer der Heinlein Support GmbH.
- Untersucht wurde ein real existierender Vorfall auf einem Root-Server.
- Als Vorkenntnis wurde Linux-Serveradministration erwartet.
Referenzen
Bemerkungen
- Vom Vortrag gibt es Audio-Aufzeichnungen auf der Programmseite der Chemnitzer Linux-Tage.
Empfehlungen
- Erstelle bei einem Verdacht zuerst ein Abbild des Systems und untersuche es von einem sauberen Rechner aus.
- Tausche nach einem Einbruch alle Passwörter und Schlüssel, die auf dem System lagen oder dort benutzt wurden.
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