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SchilliX: OpenSolaris-Live-CD scheitert auf einem Athlon 64

Zusammenfassung

Felix von Leitner probierte 2005 SchilliX aus, die erste Live-CD auf Basis von OpenSolaris, zusammengestellt von Jörg Schilling. Auf einem Athlon 64 startete die CD gar nicht, weil der Bootloader einen 64-Bit-Kernel suchte, der nicht beilag. Auf einem Notebook lief sie zwar, brachte aber keinen C-Compiler mit, womit sich eigene Software nicht testen ließ.

Worum es ging

Sun hatte Solaris im Juni 2005 als OpenSolaris unter einer freien Lizenz veröffentlicht. SchilliX war kurz darauf die erste Distribution, mit der man das System ohne Installation von CD ausprobieren konnte. Für Entwickler wie von Leitner war die naheliegende erste Frage, ob die eigene Software auf der neuen Plattform baut und läuft.

Genau daran scheiterte der Test: Auf AMD64-Hardware fehlte der passende Kernel, und es gab weder gcc noch cc. Solaris wurde traditionell ohne C-Compiler ausgeliefert, den gab es als separates Produkt. Für eine Live-CD, die neue Nutzer und Entwickler gewinnen sollte, war das ein schlechter erster Eindruck.

Was daraus wurde

OpenSolaris gewann nie die Breite von Linux. Nach der Übernahme von Sun durch Oracle wurde das offene Projekt 2010 eingestellt. Die Gemeinschaft führte den Code als illumos weiter, auf dem Distributionen wie OpenIndiana und SmartOS aufbauen. Technisch einflussreich blieben vor allem ZFS und DTrace, die heute auch unter FreeBSD und Linux verfügbar sind.

Ideen

  • Eine Live-CD soll ein Betriebssystem ohne Installation erlebbar machen.
  • Der erste Test vieler Entwickler ist, ob die eigene Software auf einer neuen Plattform baut.
  • Fehlende Standardwerkzeuge schrecken gerade die Zielgruppe einer neuen Plattform ab.

Einsichten

  • Der erste Eindruck einer neuen Plattform entscheidet oft, ob Entwickler bleiben.
  • Gute Technik allein garantiert keinen Erfolg, wenn Gemeinschaft und Werkzeuge fehlen.

Fakten

  • OpenSolaris wurde im Juni 2005 veröffentlicht.
  • SchilliX war die erste Live-Distribution auf Basis von OpenSolaris.
  • Oracle stellte das offene OpenSolaris-Projekt 2010 ein; die Gemeinschaft machte als illumos weiter.

Referenzen

Kritik

  • Der Originalbeitrag ist stark polemisch und persönlich gegen den Entwickler formuliert; die sachlichen Punkte, fehlender 64-Bit-Kernel und fehlender Compiler, tragen auch ohne diesen Ton.

Bemerkungen

  • ZFS und DTrace aus der Solaris-Welt sind heute auch unter FreeBSD und Linux nutzbar.

Empfehlungen

  • Teste Live-Systeme auf der Hardware, auf der sie später laufen sollen, nicht nur auf einem Gerät.
  • Prüfe bei einer neuen Plattform früh, ob deine Build-Werkzeuge verfügbar sind.

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