Warum BSD weniger populär als Linux ist
Zusammenfassung
Ein Artikel der Economic Times erklärte Ende 1999, warum BSD weniger verbreitet sei als Linux, und Slashdot stellte die Frage zur Diskussion. Als Kernunterschied nannte der Text die Lizenz: Die GPL von Linux verlangt, Änderungen am Quellcode offenzulegen, die BSD-Lizenz erlaubt proprietäre Weiterentwicklungen. Die BSD-Gemeinschaft wurde auf rund zwei Millionen Nutzer geschätzt, die von Linux auf etwa zehn Millionen.
Der Kern der Frage
Linux und die BSD-Systeme stammen aus unterschiedlichen Traditionen. Die BSD-Varianten FreeBSD, NetBSD und OpenBSD gehen auf das Unix der Universität Berkeley zurück und werden jeweils als vollständiges System aus Kernel und Grundprogrammen entwickelt. Linux ist ein Kernel, um den Distributionen ein System aus GNU-Werkzeugen und weiterer Software bauen.
Der Artikel machte die Lizenz zum entscheidenden Faktor. Die GPL sorgt dafür, dass Verbesserungen an verteiltem Code wieder in die Gemeinschaft zurückfließen. Die BSD-Lizenz ist großzügiger: Firmen dürfen den Code nehmen, verändern und in geschlossene Produkte einbauen, ohne Änderungen zu veröffentlichen.
Was daraus folgte
Popularität bei Nutzern und Verbreitung in Produkten sind zwei verschiedene Dinge. BSD-Code steckt heute in vielen Geräten, ohne dass die Nutzer es merken, gerade weil die Lizenz proprietäre Ableger erlaubt. Linux gewann dagegen die sichtbare Gemeinschaft, die Server und später mit Android das Smartphone. Die Frage von 1999 hat also keine einfache Antwort: Beide Lizenzmodelle waren auf ihre Weise erfolgreich.
Ideen
- Die Lizenz bestimmt, ob Verbesserungen an verteiltem Code zurückfließen müssen.
- BSD-Systeme werden als Gesamtsystem aus Kernel und Grundprogrammen entwickelt.
- Linux-Distributionen setzen ein System aus Kernel und vielen unabhängigen Projekten zusammen.
Einsichten
- Copyleft stärkt eine sichtbare, mitarbeitende Gemeinschaft.
- Permissive Lizenzen erleichtern die Nutzung in kommerziellen Produkten, oft ohne sichtbaren Rückfluss.
- Verbreitung lässt sich nicht allein an der Zahl der bekennenden Nutzer messen.
Fakten
- Die Slashdot-Meldung erschien am 27. Dezember 1999.
- Als Hauptunterschied nannte der Artikel die Pflicht zur Offenlegung von Änderungen unter der GPL.
Referenzen
Bemerkungen
- Apples Darwin übernahm große Teile aus FreeBSD, das Betriebssystem der PlayStation 4 basiert ebenfalls auf FreeBSD, und Netflix liefert Videos über FreeBSD-Server aus. BSD ist damit weit verbreitet, nur selten sichtbar.
Empfehlungen
- Wähle die Lizenz eigener Projekte bewusst danach, ob du Rückfluss von Änderungen erzwingen willst.
- Prüfe bei der Wahl eines Unix-Systems Dokumentation, Hardwareunterstützung und Pflegezyklus statt nur die Popularität.
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