SETI@home: Millionen Rechner suchen nach Außerirdischen
Zusammenfassung
Am 17. Mai 1999 startete die University of California in Berkeley SETI@home, ein Programm, mit dem Freiwillige ungenutzte Rechenzeit ihrer PCs für die Auswertung von Radioteleskopdaten spendeten. Das Projekt suchte nach Signalen außerirdischer Intelligenz und wurde zum bekanntesten Beispiel für freiwilliges verteiltes Rechnen. Am 31. März 2020 stellte es die Verteilung neuer Aufgaben ein, ohne Außerirdische gefunden zu haben, aber mit einem Modell, das viele Forschungsprojekte übernahmen.
Wie es funktionierte
Teilnehmer installierten einen Bildschirmschoner, der kleine Pakete mit Radioteleskopdaten herunterlud, nach auffälligen Signalen durchsuchte und das Ergebnis zurückschickte. So entstand ohne eigenen Supercomputer eine Rechenleistung, wie sie damals kaum eine Universität hatte, und Hunderttausende Menschen weltweit beteiligten sich an einem Forschungsprojekt.
Aus SETI@home entstand die Plattform BOINC, auf der später viele weitere Projekte liefen, etwa zur Proteinforschung oder Klimamodellierung. Im März 2020 ging SETI@home in den Ruhezustand: Laut den Betreibern brachten weitere Daten kaum noch neue Erkenntnisse, und die Verwaltung der verteilten Rechenarbeit war aufwendig.
Ideen
- Ungenutzte Rechenzeit vieler Rechner ergibt zusammen einen Supercomputer.
- Wissenschaft kann Freiwillige direkt beteiligen.
- Ein Bildschirmschoner machte ein Forschungsprojekt sichtbar.
- Eine gute Plattform überlebt das Projekt, für das sie gebaut wurde.
Einsichten
- SETI@home bewies, dass verteiltes Rechnen über das offene Internet funktioniert, lange bevor Cloud-Dienste Rechenleistung auf Abruf verkauften.
- Dass nichts gefunden wurde, ist auch ein Ergebnis: Es grenzt ein, wo und wie stark Signale nicht sind.
Fakten
- Start am 17. Mai 1999 an der University of California, Berkeley.
- Aus dem Projekt ging die Plattform BOINC hervor.
Referenzen
- UC Berkeley: SETI@home: Millionen Rechner suchen nach Außerirdischen
- SETI Institute: SETI@home going into hibernation (2020)
- BOINC
Bemerkungen
- Die Projektseite zeigt heute den Hinweis, dass SETI@home ruht und keine Aufgaben mehr verteilt.
Empfehlungen
- Wer Rechenzeit spenden möchte, findet aktive Projekte über BOINC oder Science United.
- Bei eigenen verteilten Systemen den Verwaltungsaufwand einplanen, an dem auch SETI@home am Ende scheiterte.
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