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PRISM: Die ersten Snowden-Enthüllungen

Zusammenfassung

Am 6. Juni 2013 berichteten Glenn Greenwald und Ewen MacAskill im Guardian über PRISM, ein geheimes Programm, mit dem die NSA laut einer internen Präsentation Daten von Google, Facebook, Apple, Microsoft und weiteren US-Konzernen abrief. Die Unterlagen stammten, wie sich drei Tage später zeigte, von Edward Snowden. Der Artikel eröffnete eine Reihe von Enthüllungen, die Verschlüsselung, Datenschutz und das Vertrauen in US-Clouddienste dauerhaft veränderten.

Was der Artikel berichtete

Grundlage war eine Präsentation mit 41 Folien, eingestuft als streng geheim, mit der Analysten geschult wurden. Laut den Folien sammelte PRISM Suchverläufe, E-Mail-Inhalte, Dateiübertragungen und Chats. Microsoft war ab Dezember 2007 dabei, es folgten Yahoo 2008, Google, Facebook und PalTalk 2009, YouTube 2010, Skype und AOL 2011 und Apple 2012; Dropbox war geplant.

Alle angefragten Unternehmen bestritten, von dem Programm zu wissen oder der Regierung direkten Zugang zu ihren Servern zu geben. Rechtsgrundlage war Abschnitt 702 des FISA Amendments Act, der Überwachung von Personen erlaubt, bei denen man vernünftigerweise annimmt, dass sie sich außerhalb der USA befinden.

Ideen

  • Daten bei großen Anbietern sind auch für Behörden erreichbar.
  • „Außerhalb der USA“ trifft jeden, der kein US-Bürger ist.
  • Verschlüsselung beim Nutzer schützt auch vor dem Anbieter.
  • Folien zeigen die Sicht der Behörde, nicht zwingend die Technik.

Einsichten

  • Die Enthüllungen beschleunigten Verschlüsselung überall: HTTPS als Standard, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in Messengern und Projekte wie Let’s Encrypt bekamen nach 2013 starken Rückenwind.
  • Für Europa folgten juristische Folgen: Der Europäische Gerichtshof kippte 2015 das Safe-Harbor-Abkommen für Datenübermittlungen in die USA.

Fakten

  • Rechtsgrundlage war Abschnitt 702 des FISA Amendments Act.
  • Die Präsentation umfasste 41 Folien und war als streng geheim eingestuft.
  • Laut den Folien lieferte Microsoft ab Dezember 2007, Apple ab 2012 Daten über PRISM.

Referenzen

Kritik

  • Die Formulierung „direkter Zugriff auf die Server“ stammte aus den NSA-Folien und wurde von den Unternehmen bestritten; spätere Berichte legten nahe, dass Daten über Anfragen des FBI geliefert wurden. Der Artikel stellt die Folien stärker als technische Tatsache dar, als sie es belegen.

Bemerkungen

  • Snowden gab sich am 9. Juni 2013 in einem Video des Guardian als Quelle zu erkennen.

Empfehlungen

  • Vertrauliche Daten vor dem Hochladen in eine Cloud selbst verschlüsseln.
  • Bei Anbietern prüfen, unter welches Recht die Daten fallen, nicht nur wo sie gespeichert sind.

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