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Target: Das Datenleck vor der Bestätigung

Zusammenfassung

Brian Krebs meldet im Dezember 2013 als Erster, dass die US-Handelskette Target ein Datenleck mit möglicherweise Millionen Kartendatensätzen untersucht. Gestohlen wurden die Daten vom Magnetstreifen, mit denen sich Kartenduplikate herstellen lassen. Target bestätigte den Vorfall am nächsten Morgen und nannte bis zu 40 Millionen betroffene Kartenkonten.

Wie die Angreifer hineinkamen

Brian Krebs berichtete im Februar 2014, dass die Angreifer am 15. November 2013 mit gestohlenen Zugangsdaten von Fazio Mechanical Services eindrangen, einem Dienstleister für Kälte- und Klimatechnik. Fazio erklärte, die Verbindung zu Target diene ausschließlich Abrechnung, Vertragsunterlagen und Projektverwaltung. Bis zum 28. November testeten die Täter ihre Schadsoftware auf wenigen Kassen, zwei Tage später lief sie auf den meisten.

Die Kartendaten gingen nicht direkt nach Osteuropa, sondern auf gehackte Zwischenserver, unter anderem in Miami und Brasilien. Die Analystin Avivah Litan wies darauf hin, dass der Kartenstandard PCI DSS für Fernzugänge von Dienstleistern eine Zwei-Faktor-Anmeldung verlangt.

Die Bilanz

Im Mai 2014 fasste Brian Krebs die Folgen zusammen: 40 Millionen Karten und 70 Millionen Datensätze mit Name, Adresse, E-Mail und Telefonnummer, ein Gewinnrückgang von 46 Prozent im vierten Quartal 2013 und rund 200 Millionen US-Dollar Kosten für Kreditgenossenschaften und kleinere Banken, die 21,8 Millionen Karten neu ausgaben. Vorstandschef Gregg Steinhafel trat zurück. Chipkarten hätten den Diebstahl laut Brian Krebs ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht verhindert, weil Kartennummer und Ablaufdatum trotzdem für Onlinekäufe taugen.

Ideen

  • Unabhängige Quellen bei Kartenherausgebern sahen das Leck vor der Bestätigung.
  • Magnetstreifendaten erlauben das Herstellen gefälschter Karten.
  • Der Einstieg gelang über die Zugangsdaten eines Klimatechnik-Dienstleisters.
  • Die Täter testeten ihre Kassensoftware zwei Wochen vor dem Großeinsatz.
  • Gestohlene Daten liefen über gehackte Zwischenserver in mehreren Ländern.
  • Chipkarten allein hätten den Diebstahl der Kartennummern nicht verhindert.

Einsichten

  • Dienstleisterzugänge gehören zur Angriffsfläche des Auftraggebers.
  • Ohne Netztrennung kann ein Abrechnungszugang zum Weg zu den Kassen werden.
  • Frühe Berichterstattung mit mehreren unabhängigen Quellen kann Betroffene schneller warnen als das Unternehmen.

Zitate

  • The breach window is definitely expanding. (anonymer Betrugsanalyst einer US-Kartenbank)

Fakten

  • Das bestätigte Zeitfenster reichte vom 27. November bis 15. Dezember 2013.
  • Zusätzlich wurden 70 Millionen Datensätze mit Kontaktdaten von Kunden gestohlen.
  • Laut Brian Krebs erfolgte der Einstieg am 15. November 2013 mit Zugangsdaten von Fazio Mechanical Services.
  • Brian Krebs verweist auf frühere Fälle: TJX mit über 45 Millionen und Heartland mit über 130 Millionen Karten.

Referenzen

Empfehlungen

  • Trenne Kassen- und Zahlungsnetze von Zugängen für Dienstleister.
  • Verlange für jeden Fernzugang eines Dienstleisters einen zweiten Faktor.
  • Überwache Kassensysteme auf neue Prozesse und ungewöhnliche ausgehende Verbindungen.

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