Was die Hacker-Community über Überwachung längst wusste
Zusammenfassung
Nach den Snowden-Enthüllungen im Sommer 2013 erinnerte Felix von Leitner daran, dass die Hacker-Gemeinschaft seit Jahren mit der Gewissheit lebte, dass Geheimdienste das Internet weitgehend abhören. Neu war für Techniker nicht das Ob, sondern das bekannt gewordene Ausmaß. Vor allem aber habe die Gemeinschaft gegengesteuert, und zwar mit freier Software von PGP und TrueCrypt über Linux und FreeBSD bis zu Firefox, Jabber und OpenSSL.
Der Kern des Arguments
Wenn eine Überwachung technisch möglich ist und Geld keine Rolle spielt, wird sie auch gemacht. Als Beleg verwies der Beitrag auf das U-Boot USS Jimmy Carter, das für Arbeiten an Unterseekabeln umgebaut worden sein soll und über das jahrelang berichtet wurde. Auf den Kongressen des CCC war die Massenüberwachung seit Langem Thema.
Die eigentliche Botschaft war eine positive: Gegen proprietäre Systeme, bei denen man Hintertüren nicht ausschließen kann, gibt es heute Alternativen, deren Quellcode jeder prüfen kann. Wer fragt, ob sich Verschlüsselung lohnt, wenn das Betriebssystem darunter eine Hintertür haben könnte, hat damit genau den Punkt verstanden.
Was daraus wurde
Nach Snowden verbreitete sich Verschlüsselung deutlich schneller. Messenger wie Signal machten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung alltagstauglich, und mit Let’s Encrypt wurde HTTPS ab 2015 kostenlos und automatisch. Gleichzeitig zeigte die Lücke Heartbleed 2014, dass auch freie Software Pflege und Geld braucht; daraus entstanden Initiativen zur Förderung kritischer Projekte.
Ideen
- Was technisch möglich und bezahlbar ist, setzen Geheimdienste auch um.
- Freie Software bietet überprüfbare Alternativen zu Systemen mit möglichen Hintertüren.
- Verschlüsselung ist nur so sicher wie das System, auf dem sie läuft.
Einsichten
- Die Hacker-Gemeinschaft hat mit freier Software eine der wirksamsten Antworten auf Massenüberwachung geschaffen.
- Offener Quellcode ist eine Voraussetzung für Vertrauen, aber noch keine Garantie für Sicherheit.
Fakten
- Die Snowden-Enthüllungen begannen im Juni 2013.
- Der Beitrag nennt PGP, TrueCrypt, Linux, FreeBSD, Firefox, Jabber und OpenSSL als Beispiele.
- Let’s Encrypt stellt seit 2015 kostenlose Zertifikate aus.
Referenzen
Kritik
- Jede der genannten freien Technologien hatte und hat Schwächen; Heartbleed in OpenSSL zeigte das ein Jahr später deutlich.
Bemerkungen
- TrueCrypt wurde 2014 eingestellt; VeraCrypt führt die Entwicklung fort.
Empfehlungen
- Setze für vertrauliche Kommunikation auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit offenem Quellcode.
- Unterstütze freie Sicherheitsprojekte, die du nutzt, mit Geld oder Mitarbeit.
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