Einen eigenen Linux-Heimrouter bauen
Zusammenfassung
Rouven Czerwinski von Pengutronix zeigte bei den Chemnitzer Linux-Tagen 2022, wie man aus freien Komponenten einen eigenen Linux-Router für zu Hause baut. Im Vortrag kam NixOS zum Einsatz, das Vorgehen funktioniert aber mit jeder Distribution. Behandelt wurden PPPoE für den VDSL-Anschluss, DHCP für mehrere interne Netze, DNS, eine Firewall und IPv6 mit ULA und delegierten Präfixen, dazu kurz DDNS und WireGuard für den Zugriff von unterwegs.
Was ein Heimrouter eigentlich tut
Ein Router zu Hause erledigt viele Aufgaben auf einmal. Er baut die Verbindung zum Provider auf, bei DSL meist per PPPoE über ein Modem. Er vergibt Adressen im Heimnetz per DHCP, beantwortet DNS-Anfragen, filtert mit der Firewall unerwünschten Verkehr und trennt verschiedene Netze, etwa für Gäste oder Smart-Home-Geräte, voneinander.
Bei IPv6 kommt hinzu, dass der Provider ein ganzes Präfix delegiert, das der Router auf die internen Netze verteilt. Zusätzliche ULA-Adressen sorgen dafür, dass interne Geräte auch dann stabile Adressen behalten, wenn sich das öffentliche Präfix ändert.
Warum selbst bauen?
Ein eigener Linux-Router bietet volle Kontrolle, nachvollziehbare Konfiguration und so lange Updates, wie man sie selbst einspielt. NixOS beschreibt das ganze System in einer Konfigurationsdatei, die sich versionieren und reproduzierbar neu aufbauen lässt. Dafür trägt man die Verantwortung für Sicherheit und Verfügbarkeit selbst; wenn der Router ausfällt, ist das ganze Heimnetz offline.
Ideen
- Ein Linux-Rechner übernimmt PPPoE, DHCP, DNS, Firewall und IPv6-Verteilung.
- Getrennte interne Netze trennen Gäste und Smart-Home-Geräte vom übrigen Netz.
- ULA-Adressen geben internen Geräten stabile IPv6-Adressen trotz wechselndem Präfix.
Einsichten
- Ein Heimrouter vereint viele Netzwerkdienste, die man einzeln verstehen sollte.
- Volle Kontrolle bedeutet auch volle Verantwortung für Updates und Ausfallsicherheit.
Fakten
- Behandelt wurde ein VDSL2-Anschluss über ein Modem mit PPPoE.
- IPv6 wurde mit ULA-Adressen und delegierten Präfixen eingerichtet.
Referenzen
Bemerkungen
- Der Vortrag hieß im Programm „Howto build your own home linux router“.
Empfehlungen
- Halte für einen selbst gebauten Router einen fertig konfigurierten Ersatz bereit, etwa den alten Router des Providers.
- Versioniere die Routerkonfiguration, damit sich jede Änderung nachvollziehen und zurücknehmen lässt.
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